Trotz Regen versammelten sich am Donnerstagabend (8.10.) mehrere Menschen vor der Reinoldikirche, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. © Robin Albers
Demonstration

Trotz Regen: 70 Teilnehmer bei Demo gegen Antisemitismus

Der Anschlag in Halle ist gerade mal ein Jahr her. Rund 70 Demonstranten nutzten das in Dortmund als Anlass, um auf das gesellschaftliche Problem des Antisemitismus aufmerksam zu machen.

Der letzte bekannte Fall von Judenfeindlichkeit in Dortmund ist noch nicht lange her: „Scheiß Jude“ soll ein Mann am vergangenen Freitag (2.10.) zu einem Lüner am Hauptbahnhof gesagt haben, bevor er ihn mit einer zerschlagenen Glasflasche angriff.

Einer von vielen Anlässen für ungefähr 70 Menschen, um sich am Donnerstag (8.10.) auf dem Vorplatz der Reinoldikirche bei einer Kundgebung mit den Opfern von Antisemitismus zu solidarisieren.

Antisemitismus ist ein gesellschaftliches Problem

Die Kundgebung beginnt um kurz nach 18 Uhr und wird immer wieder von Regenschauern begleitet.

Regen und Corona-Auflagen sorgten dafür, dass sich die Menschen weiträumig verteilten.
Regen und Corona-Auflagen sorgten dafür, dass sich die Menschen weiträumig verteilten. © Robin Albers © Robin Albers

Inhaltlich geht es um Vorfälle von antisemitischer Gewalt, wie dem Angriff in Hamburg am vergangenen Sonntag (4.10.). Ein jüdischer Student wurde vor einer Synagoge von einem Mann mit einer Schaufel attackiert.

Antisemitische Angriffe seien jedoch keine Einzelfälle, heißt es in einer Rede. Sondern ein gesellschaftliches Problem abseits von Rechtsextremismus. Das zeigten auch die Demos von Corona-Leugnern oder die rechten Chats der Polizei.

Aber auch der Anschlag vor knapp einem Jahr in Halle ist ein Thema. Am 9. Oktober 2019 – an Jom Kippur – wurden dort zwei Menschen ermordet. Ursprünglich wollte der Täter in eine Synagoge eindringen, um die dort versammelten Menschen zu ermorden. Mit einer Schweigeminute für die Opfer wurde die Kundgebung beendet.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
1990 im Emsland geboren und dort aufgewachsen. Zum Studium nach Dortmund gezogen. Seit 2019 bei den Ruhr Nachrichten. Findet gerade in Zeiten von Fake News intensiv recherchierten Journalismus wichtig. Schreibt am liebsten über Soziales, Politik, Musik, Menschen und ihre Geschichten.
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Robin Albers

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