Viele Garderoben-Haken blieben in den Dortmunder Kitas am Montag leer. © dpa (Symbolbild)
Kinderbetreuung und Corona

Trotz Verzichts-Appell: Weiter viel Betrieb in Dortmunder Kitas

Der Appell, auf die Kita-Betreuung ihrer Kinder ab dieser Woche mit Blick auf den Corona-Lockdown freiwillig zu verzichten, ist in Dortmund auf ein sehr unterschiedliches Echo gestoßen.

Ein Lockdown oder ein Notbetrieb ist es ausdrücklich nicht. „Kinder, für die der Besuch in ihrem Kindertagesbetreuungsangebot unverzichtbar ist, bekommen ein Betreuungsangebot“, teilte die NRW-Landesregierung am vergangenen Freitag mit. Der Betrieb solle vom 14. Dezember 2020 bis 10. Januar 2021 aber auf ein Minimum reduziert werden.

An die Eltern ging deshalb der Appell, die Kita-Betreuung nur zu nutzen, wenn es absolut notwendig ist. „Wir bitten alle Eltern: Machen Sie von allen anderen Möglichkeiten Gebrauch, Beruf und Betreuung zu vereinbaren und bringen Sie, wenn es Ihnen möglich ist, Ihr Kind nicht in die Betreuung!“

In Dortmund ist dieser Aufruf sehr unterschiedlich aufgenommen worden. Beim städtischen Kita-Träger Fabido, mit 99 Kitas der größte Träger in Dortmund, waren die Kitas am Montag (14.12.) zu etwas weniger als einem Drittel gefüllt. 2330 von 7514 Kinder wurden von ihren Eltern in die Kita gebracht, bilanziert Stadtsprecherin Anke Widow.

Große Unterschiede zwischen den Einrichtungen

Pfarrer Jochen Schade-Homann, Fachbereichsleiter beim Evangelischen Kirchenkreis, der mit 56 Einrichtungen zweitgrößter Kita-Träger in Dortmund ist, schätzte die Präsenz in den Kindergärten sogar auf 50 bis 60 Prozent.

Es habe dabei aber große Unterschiede zwischen den Einrichtungen gegen. „In einer waren keine zehn Prozent der Kinder da, in einer anderen bis zu 80 Prozent“, stellte er am Montagmittag fest.

Petra Bock, Fachbereichsleiterin beim Awo-Unterbezirk Dortmund, der 16 Kitas in Dortmund betreibt, nennt Nutzungsquoten „zwischen einem Drittel und der Hälfte“. „Das war sehr bunt.“ Ihr Eindruck: „Viele Eltern müssen sich erst auf die neue Situation einstellen und prüfen noch, ob sie die Betreuung anders organisieren können.“

Wie Petra Bock geht auch Jochen Schade-Homann davon aus, dass die Zahlen im Laufe der Woche und auch in der nächsten Woche weiter sinken werden. „Es braucht immer etwas Zeit, bis eine neue Regelung greift“, sagt Schade-Homann. Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass er und viele Kita-Leitungen sich eine klarere Regelung durch das Land gewünscht hätten.

Im Moment beruht der Verzicht auf eine Kita-Betreuung, um in der Corona-Pandemie Kontakte zu reduzieren, allein auf Freiwilligkeit der Eltern. „Wir können da keinen Druck ausüben“, sagt Schade-Homann. „Aber ich habe den Eindruck, dass der Appell nicht wirklich hilft.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
Zur Autorenseite
Oliver Volmerich

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt