Türkei und Co.: Dutzende Dortmunder sind nach Urlaub in Quarantäne

mlzRückkehrer aus Risikogebieten

Der Corona-Krise zum Trotz machen einige Dortmunder diesen Sommer Urlaub in Risikogebieten. Sie müssen danach in Quarantäne. Wie lässt sich das kontrollieren?

Dortmund

, 03.07.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jamaika, Kalifornien, Ägypten und die Türkei sind Sehnsuchtsorte für so manchen Dortmunder mit Fernweh. Doch diese Traumziele haben momentan ein gemeinsames Problem: Sie stehen auf der Liste der fast 150 Länder und Regionen weltweit, die für die deutschen Behörden als Corona-Risikogebiete gelten.

Wer von dort zurück nach Hause kommt, muss sich umgehend beim örtlichen Gesundheitsamt melden und für 14 Tage in Quarantäne. So sieht es die so genannte „Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus in Bezug auf Ein- und Rückreisende“ vor, deren aktuellste Fassung seit dem 1. Juli gilt.

Jetzt lesen

Momentan sind laut Stadt Dortmund 53 Dortmunderinnen und Dortmunder nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet in Quarantäne - der „überwiegende Teil reiste aus der Türkei ein“, schreibt die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion. Geht es präziser? Eine genauere Auflistung sei sehr aufwändig und sei derzeit nicht leistbar, so die Stadt. Immerhin: Einen Corona-Kranken habe es bisher nicht unter den Rückkehrern gegeben.

Stadt Dortmund ist auf Meldung durch Rückkehrer angewiesen

Die Sache hat einen Haken: Doch ob das wirklich alle Dortmunder sind, die in den vergangenen 14 Tagen aus einem Risikogebiet nach Hause zurückgekehrt sind, weiß die Stadt nicht.

„Wir müssen auf diese freiwillige Meldung und das eigenverantwortliche Handeln der Einzelnen setzen“, sagt Stadtsprecherin Katrin Pinetzki. Andere Quellen, um herauszufinden, wer wann aus dem Ausland zurück nach Dortmund gekommen sei, habe man nicht.

Es gibt zahlreiche Ausnahmen für Quarantäne

Abseits dessen sieht die Corona-Einreiseverordnung zahlreiche Ausnahmen von dieser Regel vor. Nicht in Quarantäne müssen zum Beispiel:

  • Reisende, die einen negativen Corona-Test vorlegen können, der weniger als 48 Stunden vor ihrer Einreise nach NRW gemacht wurde.
  • Menschen, die beruflich Personen und Güter zwischen NRW und Risikogebieten transportieren- zum Beispiel Fernfahrer, Flugzeug-Kapitäne oder Flugbegleiter.
  • Berufspendler, die sich täglich oder in einem Abstand von bis zu fünf Tagen zwischen NRW und einem Risikogebiet pendeln.
  • Menschen, die Verwandte ersten und zweiten Grades in NRW besuchen, hier an einer Hochzeit teilnehmen oder zu einer Beerdigung einreisen.

Wer sich nicht an die Bestimmungen hält und keine der Ausnahmen für sich geltend machen kann, dem droht laut NRW-Gesundheitsministerium eine Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro.

Bisher sind der Stadt Dortmund jedoch nach eigenen Angaben keine Verstöße gegen Quarantänebestimmungen durch Reiserückkehrer bekannt.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt