TV-Doku im ZDF hebt das Klinikum Dortmund positiv hervor

mlzKrankenhaus

Das Klinikum Dortmund taucht in einem TV-Beitrag über die Frage nach dem Patientenwohl auf. Im ZDF bekommt eine Besonderheit des städtischen Krankenhauses viel Aufmerksamkeit.

Dortmund

, 30.01.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Team des ZDF-Magazins „plan b“ hat für die Doku „Patientenwohl vor Profitstreben - Medizin im Sinne des Menschen“ vor einigen Wochen im Klinikum Dortmund an der Beurhausstraße gedreht.

Autorin Stella Könemann hat das städtische Krankenhaus in Dortmund als Best-Practice-Beispiel dafür ausgewählt, wie Menschen gegen eine besorgniserregende Entwicklung im deutschen Gesundheitssystem ankämpfen. Der Film läuft am Samstag (1. Februar) um 17.35 Uhr im ZDF und ist bereits ab Freitag (31. Januar, 10 Uhr) in der Mediathek auf www.zdf.de verfügbar.

Profit steht immer öfter über dem Patientenwohl

In der Doku geht es um den wachsenden ökonomischen Druck auf Krankenhäuser. Mit der Einführung der Fallpauschalen („DRG“) 2004 wird jede Krankheit mit einem festen Preis versehen. Das führt dazu, dass das Patientenwohl und wirtschaftliche Erwägungen auch in Konkurrenz stehen.

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Im Mittelpunkt der TV-Dokumentation stehen Menschen, die im Gesundheitssystem nach Wegen suchen, den Patienten wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Das Klinikum Dortmund wird deshalb lobend erwähnt, weil hier defizitäre Abteilungen durch profitable Abteilungen querfinanziert werden.

Als Beispiel dafür wird im Film das Diabeteszentrum genannt. Dessen Leiter Dr. Alexander Risse wird im Film mit den Worten zitiert: „Wir haben einen Versorgungsauftrag. Wer krank ist, der wird auch krankheitsentsprechend behandelt.“

Diabeteszentrum arbeitet in den roten Zahlen

Das Diabeteszentrum arbeitet in den roten Zahlen, weil hier auch Behandlungen durchgeführt werden, die nicht durch die Fallpauschalen abgedeckt sind. Kliniksprecher Marc Raschke sagt: „Viele andere Krankenhäuser haben längst keine Diabetesabteilung mehr oder konzentrieren sich auf profitablere Methoden und amputieren schneller.“

In Dortmund gibt es ein weiteres Diabeteszentrum am Klinikum Westfalen in Brackel sowie mehrere privatärztliche Fachpraxen.

Kinderklinik steckt in einer ähnlichen Situation

Es gibt am Klinikum Dortmund weitere Fachbereiche, die nicht kostendeckend arbeiten. Zuletzt hatte diese Redaktion etwa über die Situation der Kinderklinik berichtet.

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Pädiatrische Abteilungen stehen überall unter großem finanziellen Druck. Beim Generalversorger Klinikum Dortmund wird der Verlust aber ausgeglichen. Ein weiteres Beispiel für eine solche Querfinanzierung ist das Wirbelsäulenzentrum am Klinikum Dortmund.

Zur Praxis der Fallpauschalen und den wachsenden ökonomischen Zwängen für Krankenhäuser sagt Marc Rasche: „Die Faktenlage ist erdrückend, es gibt in immer mehr Regionen eine Unterversorgung. Es muss ein Umdenken geben. Ich frage mich, wie hoch der gesellschaftliche Druck sein muss, der erzeugt wird, bis sich etwas ändert.“

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