Das Taxi hing am Samstag (15.8.) in der Senke einer Unterführung an der Heyden-Rynsch-Straße fest. © Feuerwehr Dortmund
Unwetter-Bilanz

Über 400 Einsätze: Schwere Unwetter hielten Feuerwehr am Wochenende in Atem

Versunkene Autos, überflutete Straßen: Gleich zwei Tage in Folge ist Dortmund am Freitag und Samstag von heftigem Regen und Gewittern heimgesucht worden. Eine Straße traf es besonders schwer.

Die amtlichen Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes trafen für Dortmund diesmal zu: Gewitter, Starkregen und Hagel sorgten für überflutete Straßen, versunkene Autos und vollgelaufene Keller. Rund 420 Einsätze in zwei Tagen lautete am Sonntag die Bilanz der Feuerwehr zu den Unwettern am Freitag (14.8.) und Samstag (15.8.). Neben der Berufsfeuerwehr waren fast alle Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr in Alarmbereitschaft.

Mehrere Straßen wurden gesperrt, die Einsatzstellen lagen weit in der Stadt verteilt. Auch die umliegenden Autobahnen seien laut der Polizei „in einigen Bereichen“ betroffen gewesen.

Besonders schlimm erging es an beiden Tagen dem Dortmunder Westen. Die Emscherallee in Huckarde etwa stand regelrecht unter Wasser. Sogar Autos seien teilweise vollgelaufen.

Verstopftes Pumpensystem an der Emscherallee

Aufgrund einer Verstopfung im Pumpensystem, das als Ersatz für einen eingebrochenen Kanal dient, konnte das Wasser hier nicht abfließen, heißt es seitens der Stadt Dortmund.

Dazu kommt: „Der Boden kann das viele Wasser nach der Trockenheit nicht aufnehmen“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Viele Abflüsse seien auch dadurch verstopft, dass viele Bäume schon einiges an Laub verloren haben.

Von den 70 Unwetter-Einsätzen am Freitagabend hatten 64 mit Wasserschäden zu tun. Bei den anderen drehte es sich um umgeknickte Bäume und Äste, heißt es seitens der Feuerwehr.

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Unwetter lässt Autos auf Dortmunds Straßen im Starkregen versinken

Am Samstagnachmittag etwa ab 15.30 Uhr kam es dann noch dicker: Hier verzeichnet die Feuerwehr rund 350 Einsätze bis in die Abendstunden. Wieder war der Westen besonders gebeutelt.

Auch hier zeigen Bilder von der Emscherallee eine komplett überflutete Straße, halb versunkene Autos und Feuerwehrfahrzeuge, die mit Blaulicht geradezu auf dem Wasser surfen.

An der Emscherallee im Dortmunder Stadtteil Huckarde standen am Samstag wieder Straßen unter Wasser. © Renè Suchocki © Renè Suchocki

An der Adalbertstraße in Dorstfeld stand beispielsweise eine ganze Tiefgarage unter Wasser und musste leer gepumpt werden.

Taxifahrer und Fahrgast müssen gerettet werden

Kritisch wurde es dann unter anderem an der Heyden-Rynsch-Straße, ebenfalls in Dorstfeld. Hier hatte sich ein Taxi unter einer Unterführung in einer Senke festgefahren und war zur Hälfte im Wasser versunken.

Der Fahrer und sein weiblicher Fahrgast mussten aus dem Fahrzeug gerettet werden. Ein Paar aus Lünen befreite sie, noch bevor die Feuerwehr zur Hilfe eilen konnte.

In Lichtblick: Trotz allem sei laut Feuerwehr am Samstag niemand ernsthaft verletzt worden.

Kartoffeln fluten Straßen im Osten

Ein kurios anmutender Einsatz ergab sich dann am Samstag im Dortmunder Osten. Neben Wasser und Schlamm fluteten auch tausende Kartoffeln mehrere Straßen in Asseln. Unter anderem betroffen war der Asselner Hellweg. In einer Meldung der Feuerwehr heißt es, das sei ein Einsatz gewesen, „den man so nicht alle Tage erlebt“.

Im Ortsteil Asseln wurden große Mengen an Kartoffeln von einem Feld gespült. © Feuerwehr Dortmund © Feuerwehr Dortmund

Ursache für die Kartoffelflut war demnach, dass der Regen die Knollengewächse von einem Acker auf die Straßen spülte.

Am Samstagabend beruhigte sich die Lage dann. Gegen 20.30 Uhr lief auch der Verkehr auf Dortmunds Straßen wieder weitestgehend störungsfrei.

Auch zu Wochenbeginn bleibe die Lage weiter unbeständig, betonte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Sonntag. Schauer und Gewitter seien weiter möglich, unwetterartige Entwicklungen wie am Wochenende dagegen eher fraglich.

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Baujahr 1993, gebürtig aus Hamm. Nach dem Germanistik- und Geschichtsstudium in Düsseldorf und dem Volontariat bei Lensing Media in der Stadtredaktion Dortmund gelandet. Eine gesunde Portion Neugier und die Begeisterung zum Spiel mit Worten führten zum Journalismus.
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Wilco Ruhland

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