Überdurchschnittlicher Einbruch bei Touristenzahlen in Dortmund

mlzCorona-Krise

Zu Jahresbeginn waren die Übernachtungszahlen in Dortmund mehr als vielversprechend - doch dann kam Corona. Jetzt kämpfen die Hotels ums Überleben. Die Hoffnungen hängen nun an einem Event.

Dortmund

, 19.10.2020, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tourismusbranche leidet besonders unter der Corona-Krise: In Nordrhein-Westfalen sind die Übernachtungszahlen im August um 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, wie das Statistische Landesamt IT.NRW mitteilt.

Dortmunds Gastgewerbe verzeichnet bei diesem landesweiten Vergleich überdurchschnittliche Verluste: Hier sind die Übernachtungszahlen im Juli 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 49,3 Prozent eingebrochen.

Für die Stadt sei die Entwicklung trotzdem noch erfreulich, wenn man die der Vormonate betrachtet, erklärt Sigrun Späte, Leiterin der Kommunikation von „Dortmundtourismus“.

"Die Leute brauchen einen Anlass"

In der landesweiten Rechnung sind nicht nur Hotels enthalten. Hier werden auch die Übernachtungen in Reha-Kliniken, Ferienwohnungen und Jugendherbergen eingerechnet.

Dortmund als Großstadt lebt beim Gastgewerbe zu zwei Dritteln vom Geschäftstourismus. Die weiteren Übernachtungen sind auf Ereignisse wie Messen, Konzerte und BVB-Spiele zurückzuführen.

"Die Leute brauchen einen Anlass, und den gibt es nicht", erklärt Sigrun Späte. Und Katja Kortmann vom Hotel Esplanade berichtet: "Wir haben alle zwei Wochen von den BVB-Spielen gelebt, die fallen ja schon seit Monaten weg."

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Obwohl die Reiseeinschränkungen in Dortmund schon so gut wie weg waren, kamen die Touristen im Sommer nicht wieder. Für Katja Kortmann ist klar: Die Menschen sind immer noch unsicher.

Obwohl es in NRW kein Beherbergungsverbot gibt, welches ohnehin nicht für Geschäftstouristen gelten würde, fallen die Businessgäste weg. "Die Regulierungen und die Verunsicherung ist einfach noch zu präsent, die Leute trauen sich nicht und lassen es lieber ganz."

Herbst-Welle verschlimmert die Lage erneut

Nachdem im April die Übernachtungszahlen am stärksten eingebrochen waren – mit einem Höchststand von 84,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – rechnete Sigrun Späte bisher mit einer weiter zunehmenden Verbesserung. „Doch durch die neuen Infektionszahlen wagt niemand eine Prognose abzugeben“, sagt Späte.

Auch im Hotel Esplanade waren die Tagungsanmeldungen zuletzt wieder insgesamt gestiegen. Seit der neuen Allgemeinverfügung vom 15.10. hatte es aber wieder eine Reihe Stornierungen gegeben. "Wir hatten die ganze Woche Tagungen, die sind alle storniert worden", sagt Katja Kortmann. "Die Menschen haben Angst, wie soll das weitergehen?"

Der Frust steige weiter, ohne den Überbrückungskredit würde es ohnehin nicht gehen. "Die Monate Oktober bis Dezember sind die Stärksten, wir haben normalerweise eine Auslastung von 70 bis 90 Prozent, und jetzt nicht mal die Hälfte, es ist schlimm", sagt Kortmann.

Weihnachtsmarkt Dortmund lässt hoffen

Ein wichtiger Teil der Touristen im Jahr ist dem Weihnachtsmarkt in Dortmund zu verdanken. Obwohl in diesem Jahr die ausländischen Touristen wegfallen werden, besteht noch Hoffnung.

Der Weihnachtsmarkt sei eine eindeutige Reisemotivation für die Menschen. Ein Magnet, um die Stadt zu besuchen, erklärt Späte von „Dortmundtourismus“: "Wir werden versuchen rüberzubringen, dass es sicher ist. Wir haben Vertrauen."

Das Vertrauen ist bei den Hoteliers zwar gesunken, aber "die Hoffnung stirbt zuletzt", so Kortmann, sonst sei es nur noch eine Frage der Zeit bis sie ebenfalls schließen müssen.

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