Die drei „Rewe-Räuber“ am Montag wenige Minuten vor der Urteilsverkündung. Vordere Reihe: Verteidiger Edgar Fiebig (links) neben dem 24-jährigen Angeklagten aus der Nordstadt. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Überfälle auf Geldboten: Mehrere Jahre Haft für „Rewe-Räuber“

Mit drei Gefängnisstrafen ist in Bochum der Prozess gegen drei „Rewe-Räuber“ zu Ende gegangen. Der 24-jährige Verurteilte aus der Nordstadt hofft trotzdem auf einen schnellen Tapetenwechsel.

Die drei „Rewe-Räuber“, die vor einem Jahr im Ruhrgebiet mindestens zwei Überfälle auf Supermarkt-Geldboten verübt haben, sind am Montag am Bochumer Landgericht zu Haftstrafen von bis zu sechs Jahren verurteilt worden.

Gegen den 24-jährigen Angeklagten aus Dortmund verhängte die 4. Strafkammer drei Jahre und zehn Monate Haft – und ordneten außerdem seine Unterbringung in einer geschlossenen Drogenentziehungsanstalt an.

Sein Verteidiger Edgar Fiebig baut nun darauf, dass der drogenkranke Dortmunder schnellstmöglich aus der Haft in eine geschlossene Therapieanstalt wechseln kann.

Das Trio hatte zugegeben, am 28. Oktober 2019 in Gelsenkirchen und am 2. November 2019 in Herten jeweils Rewe-Geldboten ausgeraubt zu haben. Ein mitverurteilter Ex-Rewe-Mitarbeiter, der drei Jahre Haft kassierte, hatte in diesem Zusammenhang nicht nur wertvolles Insiderwissen weitergegeben, sondern war beim zweiten Coup für eine 20-prozentige Beutebeteiligung sogar zum Schein in die Rolle eines Opfers geschlüpft. „Er kannte alle Gepflogenheiten des Geldtransportes“, sagte Richterin Frauke Seyda beim Urteil.

Die Tageseinnahmen der betroffenen Rewe-Filialen waren offenbar bis dahin stets nur durch eigene Mitarbeiter (ohne zusätzliches Sicherheitspersonal) zur Bank gebracht worden. Die Gesamtbeute belief sich auf rund 70.000 Euro.

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