79-Jährige schlug Räuber mit Weinflasche in die Flucht: „Es war eine Reflexhandlung“

mlzVersuchter Raubüberfall

Mit einer reflexartigen Reaktion schlug sie den Täter in die Flucht. Im Nachhinein hätte die 79-jährige Mitarbeiterin von Vino Vin vielleicht anders gehandelt.

Brechten

, 27.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der versuchte Überfall auf die Weinhandlung VinoVin in Brechten ist erst wenige Tage her, der Schock aber ist noch nicht ganz überwunden. Ein maskierter Mann hatte am Samstag (25.1.) das Geschäft bei Hiddemann an der Evinger Straße überfallen. Zum Glück ohne Erfolg - die Mitarbeiterin schlug den bislang unbekannten Täter in die Flucht.

Als der Mann die Weinhandlung mit einem Messer bewaffnet betreten hatte, griff die 79-Jährige zu einer Weinflasche. „Das war eine Reflexhandlung“, erzählt die Mitarbeiterin, die nicht namentlich genannt werden möchte, im Gespräch mit der Redaktion. „Der Mann ist dann auch sofort abgehauen.“

Die Polizeibeamten, die die Anzeige aufgenommen hatten, hätten ihr gesagt, dass sie lieber das geforderte Geld hätte geben sollen. Dass das vielleicht die sicherere Reaktion gewesen wäre, sieht die 79-Jährige ein. „Natürlich haben die Polizisten recht“, so die Mitarbeiterin. „Zum Glück ist aber nichts Schlimmeres passiert.“

79-Jährige seit fast 20 Jahren Mitarbeiterin der Weinhandlung

Darüber ist auch Nicole Laubert, Inhaberin der Weinhandlungen in Brechten und an der Kaiserstraße in der Innenstadt, froh. „Wir sind natürlich erleichtert, dass die Situation noch gut ausgegangen ist und dass ihr nichts passiert ist“, so Laubert. „Sie ist eine top Mitarbeiterin, die hoffentlich noch lange für uns arbeiten wird.“

Mittlerweile kommt die 79-Jährige auf fast 20 Jahre, die sie für Laubert und ihren Vater Uwe Caspary arbeitet. Damit ist sie fast von Anfang an dabei. Das Lager in Brechten inklusive Verkauf hat VinoVin bereits seit 1998 inne. Drei Jahre später kam dann die Filiale an der Kaiserstraße hinzu.

1982 habe alles angefangen, erzählt Laubert. „Mein Vater war damals hauptsächlich auf Messen oder ist zu Privatkunden gefahren.“ Mittlerweile gehen in beiden Weinhandlungen viele Kunden ein und aus. Das Sortiment umfasst neben italienischen und französischen Weinen vor allem Produkte deutscher Winzer.

Nicht von Überfall verunsichern lassen

„Der Trend geht wieder mehr zum Regionalen“, so Laubert. Die Nachfrage nach deutschen Weinen sei in den letzten Jahren so stark gewachsen, dass das Übersee-Sortiment verkleinert werden musste. Der Platz im Geschäft wurde für die regionalen Weine gebraucht.

Einen Vorfall, wie den Überfall am Wochenende, habe es in der ganzen Zeit nur einmal gegeben. „In den ersten Jahren wurde schon einmal bei uns eingebrochen“, erzählt Laubert. „Es war keiner von uns da, aber wir wurden ziemlich leer geräumt.“

Sich vor einem weiteren Überfall fürchten, möchte Nicole Laubert sich aber nicht. Auch die 79-jährige Mitarbeiterin will sich nicht verunsichern lassen. „Ich weiß nicht, wie es mir an meinem nächsten Arbeitstag gehen wird“, sagt sie. „Ein seltsames Gefühl wird am Anfang aber bestimmt da sein.“

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