Übergriffe im Vorfeld zum "Nationalen Antikriegstag" nehmen zu

Neonazi-Aufmarsch

Überfälle auf linksorientierte Jugendliche, eingeworfene Scheiben in linken Parteibüros, sowie Hakenkreuze und zerstochene Reifen am Auto eines Aktivisten der Piratenpartei - im Vorfeld des Neonazi-Aufmarschs mobilisieren sich die Rechtsextremen.

DORTMUND

von Von Gaby Kolle

, 02.08.2011, 06:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wie schon in den verganegnen Jahren wollen die Rechten am 3. September in Dortmund aufmarschieren. Die Polizei beobachtet die Entwicklungen im Vorfeld.

Wie schon in den verganegnen Jahren wollen die Rechten am 3. September in Dortmund aufmarschieren. Die Polizei beobachtet die Entwicklungen im Vorfeld.

Seit gut zwei Wochen gibt es immer wieder Übergriffe. Das letzte Wochenende war ein Höhepunkt. „Gefühlt geht es dieses Mal ein bisschen früher los als sonst“, meint Polizeisprecher Wolfgang Wieland. Die Auseinandersetzungen gingen im Grunde von beiden Seiten aus, doch die Farbschmierereien, die von Rechts gegen Links gerichtet sind, nähmen eindeutig zu.

Der Aufmarsch der Nazis zu ihrem angemeldeten "Nationalen Antikriegstag" am 3. September soll nach unseren Informationen in diesem Jahr durch die Nordstadt führen. 700 bis 1000 Teilnehmer werden dazu aus dem rechtsextremen Spektrum erwartet. Dem wollen sich mehr als 14.000 Gegendemonstranten entgegenstellen. "Dass die Mobilisierung der Neonazis immer früher beginnt, ist für Dortmund unerträglich", sagt Friedrich Stiller von den Vereinigten Kirchenkreisen und Sprecher des Arbeitskreises gegen Rechts.

Für ihn ein Zeichen, dass die Rechtsextremisten verunsichert sind, nachdem ihre geplanten Aufmärsche in den vergangenen Jahren über stationäre Kundgebungen nicht hinauskamen. Der Arbeitskreis gegen Rechts will den Neonazis in der Nordstadt friedlich aber unmittelbar entgegentreten und sich diesmal nicht durch die Polizei von ihnen weiträumig trennen lassen. Als Gegenveranstaltung ist ein internationales Begegnungsfest auf der Münsterstraße. Neben dem Aufmarsch am 3. September haben die Neonazis für den Vorabend eine Demonstration vom S-Bahnhof Stadthaus durch die südliche Innenstadt mit Livemusik im Kreuzviertel angemeldet. Es handle sich nicht, wie auf einschlägigen Internetseiten angekündigt, um ein „Rockkonzert“, stellte Polizeisprecher Wieland klar, sondern bewege sich im Rahmen der angemeldeten Versammlung. Die Musikbeiträge dürften nicht länger als 15 Minuten dauern, der Redeanteil müsse eindeutig überwiegen (60 zu 40 Prozent). Die Polizei werde darauf achten.

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