Überraschendes Ende eines Vergewaltigungs-Prozesses

Landgericht

Nach einem Teenager­-Treffen in Dortmund musste sich ein damals 16-Jähriger vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: Vergewaltigung. Bestraft wurde der Angeklagte aber nicht.

Dortmund/Bochum

, 10.07.2019, 14:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Überraschendes Ende eines Vergewaltigungs-Prozesses

Verfahren eingestellt: Der Angeklagte mit Verteidiger Pierre Laurien © Jörn Hartwich

Mit einer Überraschung ist der Prozess um die mutmaßliche Vergewaltigung einer Schülerin aus Dortmund zu Ende gegangen. Das Strafverfahren gegen einen damals 16-Jährigen wurde eingestellt. Zuvor hatte sich der Angeklagte bereit erklärt, 300 Euro an die Jugendliche zu zahlen. Das Geld hat er gleich im Gericht übergeben.

Die beiden Teenager hatten sich über das Internet kennen gelernt. Er war offenbar ein Charmeur, die damals 15-Jährige war ihm irgendwie verfallen. Monatelang sollen sich die beiden geschrieben haben, bevor man sich im Mai 2017 auch persönlich sehen wollte.

Sexuelle Interessen beim ersten Treffen

Als Treffpunkt wurde die S-Bahn-Haltestelle Dortmund-Kley ausgemacht. Der heute 18-jährige Angeklagte kam aus Bochum, hatte offenbar vor allem sexuelle Interessen. Als er die Schülerin gleich am Bahnhof begrabschen wollte, wurde er zurückgewiesen. Sein Vorschlag, zu einer nahen Grünanlage zu gehen, wurde dagegen akzeptiert. Was dann passierte, hatte die Staatsanwaltschaft als Vergewaltigung gewertet.

Was die Schülerin im Prozess genau berichtet hat, ist nicht bekannt. Die Befragung fand – wie auch der gesamte Prozess – unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Mit der Einstellung des Prozesses hat sie sich einverstanden erklärt. Entschuldigung und Geld wurden angenommen.

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