„Umschlagplatz“ im Hafen: Warme Worte, aber keine feste Zusage

mlzDortmunder Hafen

Für den Dortmunder Hafen gibt es große Pläne. Die Entwürfe des neuen Viertels kommen gut an. Doch es gibt auch Kritik von Gastronomen an der Stadt Dortmund. Ist sie berechtigt?

Dortmund

, 22.04.2020, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um einen Ort im Dortmunder Hafengebiet hat sich in den vergangenen Wochen eine Diskussion entwickelt. Der „Umschlagplatz“, seit zweieinhalb Jahren ein in blauen Containern untergebrachter Biergarten und Veranstaltungsort, hat in einer Social-Media-Kampagne auf seine Situation aufmerksam gemacht.

Unabhängig von den aktuellen Einschränkungen durch das Coronavirus wünscht sich „Umschlagplatz“-Betreiberin Milena Rethmann mehr Klarheit in der Zukunftsplanung.

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„Bisher müssen wir davon ausgehen, dass wir am 31. Mai raus müssen. Wir brauchen eine Perspektive. Ich kann mir dabei ein Nebeneinander von Neu und Alt gut vorstellen“, sagt Milena Rethmann.

Pachtvertrag für den „Umschlagplatz“ wird nicht verlängert

Der „Umschlagplatz“ nutzt das Gelände an der Speicherstraße mit einem Pachtvertrag. Im Februar habe man die Information erhalten, dass der Vertrag nicht verlängert werde und zuvor in Aussicht gestellte Alternativen nicht mehr verfügbar seien. Auf dem Gelände soll das „Hafenforum“ als Treffpunkt für die Nordstadt entstehen.

In einem öffentlichen Aufruf an die „Liebe Stadt Dortmund“ Anfang April formuliert die Gastronomin ihre Absicht. „Mit dem Umschlagplatz haben Sie im neu geplanten Hafenviertel bereits eine urbane, individuelle Gastronomie. Die Kult-Container bieten ein umfassendes Angebot an kulturellen Veranstaltungen wie Ausstellungs- und Konzertreihen und sind beliebter Treffpunkt für Anwohner und Ausflügler. Sie wünschen sich ein urbanes Hafenviertel mit hoher Aufenthaltsqualität für Anwohner und Besucher? Der Anfang ist gemacht, machen Sie es nicht kaputt.“

Hafeninitiative kritisiert das Vorgehen der Wirtschaftsförderung

Der Aufruf hat viele Unterstützer gefunden. Dazu gehört die Hafeninitiative, ein Zusammenschluss von Anwohnern und Gewerbetreibenden. Die Initiative fordert mehr Bürgerbeteiligung beim Umbau des Hafenviertels und hatte in der Vergangenheit die „intransparente“ Informationspolitik der Verwaltung kritisiert.

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„Die Wirtschaftsförderung Dortmund, die Hafen AG und das Amt für Stadtentwicklung nutzen nicht die vorhandenen Chancen, Dortmund nachhaltig zu gestalten, sondern setzen auf kurzfristige Gewinne durch Investoren ohne lokalen Bezug“, kommentiert die Initiative die Situation in einer Mitteilung. Die Wirtschaftsförderung schädige lokale Unternehmer und nehme sich die eigene Grundlage für eine Quartiersentwicklung.

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Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und SPD-Oberbürgermeisterkandidat, wird in mehreren Beiträgen in sozialen Medien direkt adressiert. Gegenüber dieser Redaktion erklärt Westphal: „Der Umschlagplatz in der Speicherstraße ist seit 2016 eine Zwischennutzung, die den Hafen und das Leben in der Nordstadt bereichert. Auf genau dieses temporäre Format haben wir uns verständigt.“

„Wir werden für den Umschlagplatz eine neue Heimat finden.“

Thomas Westphal sagt weiter: „Die Nutzungsvereinbarung zwischen den Betreiberinnen und der Stadt für den Umschlagplatz hat Bestand. Sie gilt auch weiterhin. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir den Platz für die anstehenden Baumaßnahmen benötigen. Wenn es dann soweit ist, werden wir für den Umschlagplatz sicherlich eine neue Heimat finden. Hierzu sind wir bereits in Gesprächen.“ Eine Aussage ähnlichen Inhalts hatte Westphal bei Instagram veröffentlicht.

Milena Rethmann findet die Reaktionen auf ihren Vorstoß „positiv und wohlwollend“. Sie fügt aber hinzu: „Das klang die ganze Zeit so. Das Ergebnis bleibt, dass wir den Platz räumen, sobald die Bauarbeiten beginnen.“ Wann das genau der Fall sein wird, ist offen. Ziel bleibt aber ein Baustart bis Ende Juli.

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