Umstrittene Entscheidung: Hunde dürfen auf Dortmunder Waldwegen von der Leine

mlzNeuer Landschaftsplan

Der Rat der Stadt Dortmund hat am Donnerstag einen neuen Landschaftsplan verabschiedet. Eine der strittigsten Fragen war, ob Hunde in Wäldern an die Leine müssen.

Dortmund

, 19.06.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegweisende Entscheidungen hatte der Rat der Stadt in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl zu treffen. Eine davon war der Landschaftsplan, der als Satzung regelt, wie sich Natur und freie Landschaft in Dortmund in den nächsten 20 Jahren entwickeln sollen.

Neben Pflege- und Schutzmaßnahmen geht es dabei auch um ganz praktische Regelungen - allen voran der Frage, ob Hunde in Naturschutzgebieten grundsätzlich an die Leine müssen. Die Zahl der Naturschutzgebiete wird nämlich mit dem neuen Landschaftsplan auf einen Anteil von fast 10 Prozent des Stadtgebiets deutlich wachsen.

Streit um Hunde in Naturschutzgebieten

Fast alle Waldgebiete stehen nun unter Naturschutz. Und das wirft die Frage auf, ob Hunde dort weiterhin auf den Wegen frei laufen dürfen. Die Verwaltung schlägt dazu einen Kompromiss vor: In Naturschutzgebieten in freier Landschaft sollen die Hunde weiterhin an die Leine, in Wäldern dürfen sie auf den Weg frei laufen.

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Natur- und Tierschützer halten das für eine nicht praktikable Regelung und hatten im Vorfeld protestiert. Damit hatten sie allerdings keinen Erfolg. Der Rat schloss sich dem Verwaltungsvorschlag ein.

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Aber nur auf Bewährung. Denn die Politik ließ sich eine Hintertür offen. Nach einem Jahr soll überprüft werden, ob die Regelung in der Praxis funktioniert. Perspektivisch ist eine Änderung der Regelung zur Anleinpflicht damit nicht ausgeschlossen. „Die Hunde bleiben einfach nicht auf den Wegen“, musste auch die umweltpolitische Sprecherin der SPD, Monika Lührs, einräumen.

Erste Änderungen schon absehbar

Grundsätzlich gab es breite Zustimmung zum neuen, fast 1000 Seiten umfassenden Landschaftsplan, der drei alte Planwerke aus den 1980er- und 1990er Jahren ersetzt. Monika Lührs sprach von einem schwierigen Mammutprojekt, das die Stadt ein ganzes Stück voranbringen wird.

Es ist aber auch - nicht zuletzt angesichts zahlreicher Wünsche und Anmerkungen der Bezirksvertretungen - bereits klar, dass es schon bald Änderungen an der frisch beschlossenen Satzung geben wird. Und das betrifft nicht nur die Anleinpflicht.

„Das ist ein völlig normaler Vorgang“, sagte Umweltdezernent Ludger Wilde. „Der Plan ist kein abgeschlossenes Werk, sondern muss jetzt mit Leben gefüllt werden“, bilanzierte Grünen-Ratsherr Matthias Dudde.

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