Umweltamt empfiehlt nicht mehr als zwei Portionen Hafen-Grünkohl

PCB-Skandal

Grünkohl, der im Dortmunder Hafen angebaut wurde, ist geringer durch giftige Stoffe belastet als noch in den Vorjahren. Aber: Mehr als zwei Portionen pro Woche sollte man davon nicht essen, so belastet ist das Gemüse nach dem PCB-Skandal rund um die Firma Envio noch immer. Die Kleingärtner im Hafengebiet ärgert das.

DORTMUND

, 17.07.2015, 11:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
In einigen Dortmunder Kleingartenanlagen ist der Grünkohl mit PCB  belastet.

In einigen Dortmunder Kleingartenanlagen ist der Grünkohl mit PCB belastet.

Drei Kleingärten gibt es im Gebiet des Dortmunder Hafens, die Hafenwiese, Westerholz und die Hobertsburg. Nur wenige Meter in Luftlinie entfernt hat die Recycling-Firma unter anderem Transformatoren unsachgemäß entsorgt. Giftige Stoffe, Dioxine, Furane und PCB, traten aus und schlug an als giftiger Staub im Hafengebiet nieder. Neben den Anwohnern waren besonders die Kleingärtner betroffen, die dort ihr Gemüse anbauen wollten.

"Anderes Gemüse kann ohne Bedenken gegessen werden"

Alles Gemüse sei ohne Bedenken zu verzehren, teilt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) mit. Insgesamt seien die jährlich gemessenen Belastungen zurückgegangen. Auch der Grünkohl, der in den Vorjahren nicht mehr gegessen werden sollte, sei geringer belastet. Aber: Mehr als zwei Portionen pro Woche mit jeweils 250 Gramm Kohl solle man nicht essen.

Joachim Schmied, zuständiger Hauptdezernent bei der Bezirksregierung Arnsberg erklärt die Belastung des Grünkohls mit dem besonderen Aufbau der Pflanze. Grünkohl habe wegen der vielen Zacken eine große Oberfläche, auf der der belastete Staub hängen bleiben kann.

"Es tut sich nichts"

Hans Peter Hoffmann vom Kleingartenverein Westerholz baut selbst keinen Grünkohl mehr an. Er und seine Leute sind sauer, weil die Belastungen noch immer nicht ganz weg sind. "Wütend macht mich besonders, dass sich bei der Sanierung der Envio-Anlagen nichts tut", sagt er. Vor Gericht würde Gutachten für Gutachten eingefordert, doch auf dem Gelände tue sich nichts. Derzeit sind die belasteten Flächen mit Planen abgedeckt. "ich weiß nicht, wie sicher das ist", so Hoffmann.

In der Hobertsburg könne man das Thema nicht mehr hören, meint Thomas Nowotny vom dortigen Kleingartenverein. "Die Leute sind nur noch genervt." Auch er wünscht sich, dass das Thema mit der Sanierung bald vom Tisch ist. Beim Grünkohl sieht er die Sache eher pragmatisch: "So gut, dass man ihn jeden Tag essen müsste, schmeckt mir Grünkohl auch nicht."

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