Viel Platz ist auf dem früheren HSP-Gelände im Westen der Innenstadt. Hier könnte unter anderem die FH Dortmund angesiedelt werden. © Blossey
Smart Rhino

Umzug der Fachhochschule auf HSP-Gelände: Land prüft erst mal Mietkosten

Dortmund wartet noch immer auf die Entscheidung des Landes, ob die Fachhochschule einen neuen Campus auf dem früheren HSP-Gelände bekommt. Jetzt gibt es zumindest einen kleinen Fortschritt.

Ein neues Stadtquartier soll unter dem Titel „Smart Rhino“ auf der 52 Hektar großen innerstädtischen Brachfläche der ehemaligen Hoesch-Spundwand-Areal (HSP) im Westen der Innenstadt entstehen. Zugpferd für die Entwicklung soll die Ansiedlung der Fachhochschule (FH) Dortmund sein, dessen bisherigen Standorte dort auf einem Campus vereint werden könnten.

Die Entscheidung darüber liegt allerdings beim Land als Träger der Hochschule – und die lässt auf sich warten. Ein Problem dabei: Normalerweise baut und verwaltet das Land über den Bau- und Liegenschaftsbetrieb BLB die Hochschulbauten in NRW selbst. Der Eigentümer des HSP-Geländes, die Essener Thelen-Gruppe, will aber gern selbst investieren und die Gebäude dann vermieten.

Und das sorgt nun für eine Ehrenrunde bei der Entscheidung über die FH-Umsiedlung. Das Landeskabinett habe sich im Juni mit der Frage der möglichen neuen zentralen Unterbringung der FH im Rahmen von Smart Rhino befasst, teilte die Stadt Dortmund am Dienstag (24.8.) mit.

Land untersucht Mietmodell

„Mit diesem neuen integrierten Typus von Campus-Entwicklung in der Stadt können Menschen, Bildung, Forschung und Unternehmen zusammengebracht werden und somit einen zukunftsweisenden Impuls für Stadt und Land bilden. Für die Fachhochschule stellt die mögliche Zusammenführung aller Standorte auf Smart Rhino eine einmalige Option dar, eine zukunftsfähige in einem urbanen Stadtquartier integrierte Hochschule realisieren zu können“, heißt es im schönsten Politik-Prosa.

Der Haken ist, dass sich das Land in Sachen Anmietung von Gebäude für die FH noch die Karten legen muss. „Die Unterbringung der Hochschule in einem Mietmodell ist ein noch zu bewertender Ansatz für das Land NRW“, heißt es. Das Landeskabinett hat dazu am 14. Juni ein zertifiziertes Prüfverfahren unter dem Titel „Mietausgaben-Budgetierung“ in Form einer „Alternativ-Betrachtung“ in Auftrag gegeben. Damit soll untersucht werden, wie sich Kosten bei einer Anmietung unter wirtschaftlichen und strukturellen Aspekten darstellen.

Die abschließende Grundsatzentscheidung des Landes NRW zur zukünftigen Unterbringung der Fachhochschule ist in Form eines zweiten Kabinettsbeschlusses für Ende 2021/Anfang 2022 geplant, hieß es am Dienstag nach der Sitzung des städtischen Verwaltungsvorstands.

Viel Platz ist auf dem früheren HSP-Gelände im Westen der Innenstadt. Hier könnte unter anderem die FH Dortmund angesiedelt werden. © Thelen © Thelen

Das Verschieben eines endgültigen Votums zum FH-Umzug hat Folgen: Die Stadt will den Start eines städtebaulichen Realisierungswettbewerbs zwar vorbereiten, ihn aber offiziell erst nach der Landesentscheidung ab 2022 starten.

Unabhängig davon läuft die Untersuchung eines Verkehrskonzepts, das unter anderem eine Anbindung des neuen Quartiers mit der H-Bahn und der Stadtbahn vorsieht.

Für die Umsetzung der Stadtbahnplanung „Ausfädelung der Stadtbahnlinie U 43“ aus der Rheinischen Straße soll nun kurzfristig die bauliche Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Eine große Rolle neben formellen Beteiligungsverfahren im Rahmen der Planverfahren sollen dabei auch weitergehende Beteiligungsformaten mit Experten und Bürgern spielen.

Viele Formate zur Bürgerbeteiligung

Unter dem Titel „Rhinovous“ soll es etwa Baustellenführungen, Erlebniswanderungen in den Nachbarquartieren und Kiosk-Gespräche geben, unter dem Titel „Rhinoforum“ soll ein Austausch zwischen Bürgerinnen und Bürgern und Fachleuten organisiert werden. An einem alten Stellwerk im Norden des Geländes soll ein „Zukunfts-Dorfplatz“ als Raum für Begegnung und Austausch entstehen.

Vorgesehen ist auch ein Online-Beteiligungsportal. Und es gibt jede Menge Elemente, die das Projekt ins öffentliche Bewusstsein rücken sollen – von speziellen Web-Seiten über Poster, die in den Nachbar-Quartieren ausgehängt werden bis zu Infobannern an Bauzäunen und Brücken mit Blick auf die Fläche durch die Thelen Gruppe.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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