Wildwuchs-Fotos zeigen schlimme Zustände auf Grünflächen in Oespel und Kley

mlzVernachlässigter Schulpark

Burkhard Rolfs Fotos sprechen für sich. Sie zeigen Motive aus dem Oespel-Kleyer Schulpark, die den Anwohner aufregen. Seine Bilder und einen eindringlichen Brief schickte er an die Stadt.

Oespel, Kley

, 12.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Burkhard Rolf ist direkter Nachbar des Oespel-Kleyer Schulparks. Der Anblick der Grünflächen gefällt ihm schon lange nicht mehr. „Alles ungepflegt und vernachlässigt“, kritisiert der Oespeler. Eine umfangreiche Fotoserie und einen langen Brief schickte Burkard Rolf am 2. Juli an die Stadt Dortmund und die Bezirksvertretung Lütgendortmund.

Wildwuchs-Fotos zeigen schlimme Zustände auf Grünflächen in Oespel und Kley

Anwohner hängen wenigstens eine Plastiktüte hin, damit der Müll nicht noch im Park landet, schreibt Burkhard Rolf. © Burkhard Rolf

Die Situation fasst Burkhard Rolf darin so zusammen: „Wiesenflächen werden, wenn überhaupt, in sehr großen Zeitabständen mit maximal einer Rasenmäherbreite am Wegesrand gestutzt, Bäume und Sträucher sich selbst überlassen, Mülltonnen unregelmäßig beziehungsweise gar nicht geleert, nicht ersetzt, geschweige denn vernünftig repariert. Mit den Parkbänken sieht es nicht anders aus. Ausgewiesene Spielflächen werden sich selbst überlassen und Müllablagerungen nehmen zu. Der Rasenschnitt von Wochen bleibt liegen.“

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Zugewachsene Spielflächen: „Wer soll da noch spielen können?“, fragt Burkhard Rolf. © Burkhard Rolf

„Der Grasschnitt wurde natürlich liegengelassen“

Von der Stadt habe er bislang noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhalten, berichtet Rolf Burkhard (Stand 11. Juli). Aber immerhin sei kürzlich ein Team vor Ort gewesen: „Die Wiesen sind mittlerweile gemäht worden, endlich auch mal die größeren Freiflächen. Gemäht, nicht gepflegt: Der Grasschnitt wurde natürlich liegengelassen.“

Die Bezirksvertretung wolle sich mit dem Thema in ihrer Septembersitzung befassen, so Burkhard. „Das Thema Zeit scheint bei unserer Verwaltung anscheinend keine Rolle zu spielen.“

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Widlwuchs, wohin das Auge reicht. © Burkhard Rolf

Was den Oespeler zusätzlich aufregt: Er habe beobachtet, dass Parks und Grünanlagen in der Nord- und Innenstadt wie der Westpark oder der Park am Dietrich-Keuning-Haus durchgehend von mehreren Mitarbeitern täglich gepflegt und gesäubert werden, während man die Randbezirke sträflich vernachlässigt.

Der Keuninghaus-Park ähnle eher einem Golfplatz als einer städtischen Grünanlage, meint er. „Es ist schon interessant zu sehen, dass die Grünanlagen dort, wo die Bürger wohnen, die die Steuern und Lasten für die komfortable Pflege eines Keuninghausparks bezahlen, in einem Märchenschlaf versinken“, so Burkhard Rolf.

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Überall wuchert es. © Burkhard Rolf

Der Anwohner schreibt auch im Namen von Eltern und Nachbarn: „Sie empfinden diese Zuwegungen zunehmend als Zumutung.“ Auch fehlende Müllbehälter prangert er an: „Der Bürger darf gerne mithelfen, stimmt. Wird hier auch gemacht, sonst würde es noch wesentlich schlimmer aussehen. Aber wohin mit dem Müll, wenn die Mülltonnen fehlen?“

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Bäume und Sträucher werden sich selbst überlassen, kritisiert Burkhard Rolf. © Burkhard Rolf

„Für die städtische Infrastruktur bleibt nichts übrig. Armes Dortmund“

Und dann holt der Oespeler zum verbalen Rundumschlag aus: „Geld für den Flughafen, für das Konzerthaus, für das Dortmunder U, für das DFB-Museum, für eine kostenfressende Pink-Floyd-Ausstellung ist genügend da. Hier können sich die Lokalpolitiker ja auch feiern und ablichten lassen. Für die städtische Infrastruktur, die Schulen und Kindergärten, für Schwimmbäder und für Allgemeinflächen bleibt dann nichts mehr übrig. Armes Dortmund!“

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Zum Vergleich hat Burkhard Rolf Fotos vom gut gepflegten Keuninghaus-Park mitgeschickt. © Burkhard Rolf

Mit einem Appell endet sein Brief: „Erinnern Sie sich bitte aber auch daran, dass hier in der vergessenen Peripherie neben den Steuerzahlern die Wähler wohnen, die die Verantwortlichen an die Stellen gewählt haben, wo sie jetzt sitzen und mit wichtigeren Dingen beschäftigt sind.“

Die Redaktion hat die Pressestelle der Stadt Dortmund um eine Stellungnahme zu Burkhard Rolfs Schreiben gebeten. Bislang liegt keine vor.

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