Unter Strom

Die heimischen Elektrobetriebe rechnen für dieses Jahr mit besseren Geschäften - und hoffen, den jahrelangen Stellenabbau zu stoppen.

08.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit der optimistischen Einschätzung koppelt sich das Handwerk vom Rest der Bauwirtschaft ab, für die die Konjunkturlage schwierig bleibt.

Gleichwohl ist noch nicht alles Gold, was glänzt, wie Udo Beyer, Obermeister der Innung für Elektrotechnik, unterstrich. Die aktuelle Stimmung in den Betrieben sei zwar überwiegend gut. So sorgten vor allem Aufträge der Stammkunden für ein geregeltes Einkommen. Auch die bewährte Zusammenarbeit mit dem regionalen Energieversorger DEW sorge für Beschäftigung. So blendend wie es unlängst der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) es darstellte, gehe es den Betrieben aber noch lange nicht.

Der ZVEH hatte vermeldet, dass die Firmen derzeit wahrlich keinen Grund zu klagen haben. Die Auftragsbücher seien prall gefüllt, berief sich der Verband auf seine jüngste Umfrage. Danach habe es vergleichbare Stimmungsbilder zuletzt in der Phase des Vereinigungsbooms Anfang der 90-er Jahre gegeben. Die Sonderkonjunktur erklärt sich laut ZVEH hauptsächlich durch respektable Aufträge aus Industrie und Gewerbe. Zugleich spürten die Betriebe das wachsende Interesse am Energiesparen und an regenerativen Energien.

Rücklagen aufgebraucht

Udo Beyer wäre froh, wenn es so wäre. Den 250 Innungs-Betrieben gehe es zwar "besser als noch vor zwei Jahren", allerdings habe man auch schwere Jahre hinter sich. Viele Firmen hätten ihre Rücklagen aufgebraucht - und müssten sich erst wieder ein finanzielles Polster aufbauen. Zu schaffen macht der Branche der nach wie vor mörderisch geführte Preiskampf, auch hervorgerufen durch die ausländische Billig-Konkurrenz. "Die Preise sind leider noch nicht so, dass ich Hosianna rufen kann."

Trotzdem hat Beyer seinen Optimismus nicht verloren. "Wir sind auf einem guten Weg." Das Ende des Jobabbaus sei in Sicht. Zurzeit beschäftigen die Betriebe rund 1750 Mitarbeiter. Aufträge erhoffen sich die Firmen vor allem vom Bau eines Steinkohlekraftwerkes in Hamm. Bekanntlich beteiligt sich DEW an dem Projekt. "Ohne die Aufträge sehe ich für die Zukunft schwarz." ar

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