Untersuchungen zur PCB-Belastung an Dortmunds Stadtgrenze

mlzSchadstoffausstoß

Die PCB-Belastung in Körne wirft Fragen rund um einen silikonverarbeitenden Betrieb in Witten auf. Ein etwaiger Schadstoffausstoß könnte Auswirkungen auf Dortmunder Stadtteile haben.

Kruckel, Persebeck

, 13.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die PCB-Belastung in der Nähe eines Kunststoffherstellers in Körne hat hellhörig gemacht. Dort werden Bewohner gewarnt, Gemüse aus eigenem Anbau zu verzehren, weil es möglicherweise durch schadstoffhaltige Stäube verunreinigt ist.

Könnte auch in Kruckel und Persebeck wegen der Nachbarschaft zu einem silikonverarbeitenden Betrieb eine Belastung durch das als krebserregend geltende PCB möglich sein? Diese Frage hatte Detlef Münch, Freie Bürger Initiative, Anfang April in der Bezirksvertretung (BV) Hombruch aufgeworfen.

Die Verwaltung wurde aufgefordert, über vom Landesumweltamt (LANUV) an der Stadtgrenze zu Witten untersuchte Bioproben zu informieren. Sie sollte zudem eine Risikoabschätzung für die PCB-Belastung auf Dortmunder Stadtgebiet abgeben.

Neun Betriebe in NRW werden untersucht

Ob der Wittener Silikonverarbeiter Sico eine Gefahr für Kruckel und Persebeck bedeutet, wird aber wohl erst in der nächsten Versammlung der BV Hombruch im September öffentlich, denn bislang liegen die Ergebnisse der Untersuchung für Dortmund nicht vor. „Sollte dort aber irgendetwas sein, werden wir natürlich gleich tätig“, versicherte Bezirksbürgermeister Hans Semmler im Vorfeld der Sitzung am 9. Juni (Dienstag).

Jetzt lesen

Die Firma Sico setzt wie weitere acht Betriebe in NRW in ihren Produktionsprozessen chlorhaltige Stoffe ein. „Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass im Verarbeitungsprozess dieses Vernetzungsmittels gesundheitschädliche PCB-Emissionen entstehen, hat das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW das Landesumweltamt (LANUV) beauftragt, Untersuchungen durchzuführen. Das LANUV hat hierzu im Umfeld der Betriebe Löwenzahnproben genommen“, teilt die Verwaltung mit.

Im Verdachtsfall soll Gemüse nicht verzehrt werden

Der Ennepe-Ruhr-Kreis hatte Anfang Juni vorsorglich vor dem Verzehr von Gemüse und Obst in Kleingärten in Witten gewarnt, nachdem beim sogenannten Löwenzahn-Screening im Umfeld von Sico erhöhte PCB-Werte aufgetaucht waren.

Ins Rollen gekommen waren die Untersuchungen durch das Auftauchen von PCB-belasteten Stäuben Ende 2019 bei einem Unternehmen in Ennepetal. Im Zuge der nachfolgenden Tests gab es auch den Befund bei der Firma in Körne.

Und wie geht es nun weiter? Nach Auswertung der Proben soll das Landesumweltamt für alle Firmenstandorte und deren näheres Umfeld eine Bewertung vornehmen. Diese wird an die zuständige Immissionsschutzbehörde des Ennepe-Ruhr-Kreises weitergegeben, teilt die Stadt mit.

Das Umweltamt Dortmund werde sich mit der Behörde in Verbindung setzen, um die Analyseergebnisse sowie deren Bewertung zu erfragen. Dann könne auch die Anfrage der Freien Bürger Initiative beantwortet werden.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt