Für viele Dortmunder wurde das Unwetter zum Hindernis im Straßenverkehr. Hier: Unterführung an der U-Bahn-Station Droote in Scharnhorst. © Jan Ausbüttel
Starkregen

Unwetter: Karte zeigt Dortmunds gefährlichste Orte

Wo droht in Dortmund bei Starkregen die größte Gefahr? Die Stadt hat die Lage analysiert und eine Karte erstellt. In vielen Stadtteilen gibt es gefährdete Straßen, an zwei Stellen fallen besonders große Flächen auf.

Im Vergleich zu anderen Orten ist Dortmund vom Starkregen der vergangenen Woche eher glimpflich getroffen worden. Doch auch hier gab es in einigen Stadtteilen deutliche Überflutungen.

Schon seit einiger Zeit gibt es eine Karte der Stadtverwaltung, die zeigt, an welchen Stellen in Dortmund die Gefahr bei Starkregen besonders hoch ist.

Senken und Hügel sowie die Bebauung sind dafür unter die Lupe genommen worden, um praktisch jeden Quadratmeter der gesamten Stadt entsprechend der Gefahr einzufärben.

In den besonders dunkel gefärbten Bereichen würde ein Regen, wie er statistisch gesehen alle 100 Jahre einmal auftritt, mehr als 50 Zentimeter hohe Überschwemmungen hervorrufen.

Im Innenstadt-Bereich fällt auf, dass der Vorplatz des Hauptbahnhofs mit dem Königswall so besonders dunkel markiert ist. Dort befindet sich viel versiegelte Bodenfläche, in einer leichten Senke gelegen, wo sich viel Wasser sammeln kann. Auch die Gleis-Unterführungen der Union- und der Bornstraße sind entsprechend markiert.

>>> Hier ist die Karte zu finden <<<

Erstaunlich genau ist die Markierung der Karte auch im Westpark, in dessen nordwestlicher Ecke sich in der vergangenen Woche tatsächlich ein großer Teich gebildet hatte.

Grundsätzlich sind die Uferbereiche von Gewässern verständlicherweise als Risikogebiete markiert. Entlang der Emscher, des Lohbaches und des Marksbaches rund um den Phoenix-See sind weitläufige dunkle Markierungen zu sehen. In so einem Gebiet liegt auch das tatsächlich vollkommen überschwemmte Freibad Wellinghofen.

In fast allen Stadtteilen sind einzelne Straßenzüge als stärker gefährdet markiert. Besonders weiträumige dunkel gekennzeichnete Wohngebiete fallen in Asseln auf. Zwischen Asselburgstraße und Am Hagedorn zum Beispiel ist quasi das gesamte Gebiet von den Bahngleisen südlich des Asselner Hellwegs bis zum nördlichen Ende des Stadtteils, etwa an der Straße Küsterkamp, dunkel eingefärbt.

Etwas weniger einheitlich, aber ebenfalls geballt, sieht die Lage im benachbarten Brackel aus. Die Flughafenstraße und der größte Teil des Brackeler Hellwegs sind eher weniger beeinträchtigt. Vor allem zwischen Balsterstraße und Breitscheidstraße sowie zwischen Reichshofstraße und Kaldehofweg sind die Siedlungen aber auch für hohe Wasserstände bei viel Regen prädestiniert.

Auch in Dorstfeld, an der Wittener Straße und der Planetenfeldstraße zum Beispiel, oder in Marten entlang des Roßbaches befinden sich relativ viele Häuser in den eingefärbten Gebieten. Alle Dortmunder können die Bewertung der eigenen Adresse in der Online-Karte einsehen.

2000 Kilometer langes Entwässerungsnetz

Die Starkregengefahrenkarte basiert auf einem im Jahr 2012 erstellten digitalen Geländemodell des Stadtgebiets und einer vier Jahre jüngeren sogenannten Fließwegeanalyse. Eine Ableitung durch die Kanalisation oder ein Überlaufen der Kanäle ist dabei nicht berücksichtigt, wie bei ihrer Vorstellung mitgeteilt wurde.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
Zur Autorenseite
Kevin Kindel

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.