Der Hafen wird zur Baustelle. Neben vielen Neubauten an der Speicherstraße (unten rechts) soll auch eine neue Zentrale der Hafen AG entstehen. © Hans Blossey
Hafen-Entwicklung

Veränderung am Dortmunder Hafen: Neues Gebäude mit viel Grün am Kanal

Im Dortmunder Hafen ist viel in Bewegung. An der Speicherstraße soll ein Digital-Quartier entstehen. Und auch die Hafen AG zieht erneut um. Jetzt gibt es erste Entwürfe für einen Neubau.

Es wird kräftig gebaut im Hafen. Am Santa-Monika-Anleger entsteht mit dem Projekt „Leuchtturm“ ein neues Bürogebäude, ein wenig weiter an der Speicherstraße in einem alten Fuhrmannsgebäude ein soziales Zentrum unter dem Titel Heimathafen, an der nördlichen Speicherstraße läuft der Abriss der alten Knauf Interfer-Hallen. Ein Teil der alten Halle bleibt erhalten und soll im Mittelpunkt der Neuentwicklung der Speicherstraße zu einem Digital-Quartier stehen.

Das Interesse, an die Speicherstraße zu ziehen, scheint groß zu sein. Die Hafenverwaltung selbst geht allerdings den umgekehrten Weg: Sie verlässt das Areal am Südostrand des Hafens und zieht mit Sack und Pack ins Zentrum des Hafens, genauer gesagt an die Einfahrt zum Mathieshafen, dem nördlichsten der vier Finger der westlichen Hafenbecken.

Hier lag mit der Schiffswerft Fritz Figge die letzte Werft des Dortmunder Hafens, die 2010 Insolvenz anmelden musste. Seitdem wartet das Gelände unterhalb der Brücke an der Franziusstraße auf eine neue Nutzung.

So sieht das Grundstück, auf dem die neue Hafenverwaltung entstehen soll, zurzeit aus. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Mit dem Umzug an diese Stelle will die Hafen AG gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die alte Hafenverwaltung an der Bülow-/Ecke Speicherstraße wurde 2020 abgerissen, um vorzeitig Platz zu machen für neue Entwicklungen an der Speicherstraße. Die Hafenverwaltung zog schon im November 2019 nur knapp 100 Meter weiter in das frühere Bürogebäude von Knauf-Interfer um.

Aber auch das soll bis spätestens 2025 durch einen Neubau ersetzt werden. Nach aktuellen Plänen könnte hier die Zentrale des städtischen IT-Dienstleisters Dosys entstehen, der von der Deggingstraße an die Speicherstraße umziehen soll – gewissermaßen als Anker für das geplante Digital-Quartier.

Aktuell nutzt die Hafen AG für ihre Verwaltung das frühere Bürogebäude von Knauf Interfer an der Bülowstraße. Die alte Hafenverwaltung gleich nebenan wurde 2020 abgerissen. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Hinzu kommt, dass auch der technische Betrieb der Hafen AG weichen muss. Denn er ist bislang mit Werkstatt, Sozialgebäude und Bootshalle für drei Boote an der Drehbrückenstraße am westlichen Ufer des Schmiedinghafens untergebracht – dort, wo nach den Plänen des dänischen Planungsbüros Kobe-Architekten wieder eine Drehbrücke als zusätzliche Verbindung zur Speicherstraße entstehen soll.

Auf dem alten Werftgelände an der Franziusstraße mit direkter Wasseranbindung wäre Platz, beide Bereiche der Hafen AG – technischer Betrieb und Verwaltung – gemeinsam unterzubringen. Die Fläche will die Hafen AG von der Stadt kaufen. „Das Grundstück schreit geradezu nach einer Aufwertung“, stellt Hafen-Direktor Uwe Büscher fest. Und der Standort an der Einfahrt zum Hafen unterstreiche auch die Präsenz der Hafen AG vor Ort.

Eine begrünte Fassade prägt den Entwurf für das neue Verwaltungsgebäude der Hafen AG aus dem Büro Gerber Architekten. © Gerber Architekten © Gerber Architekten

Das Konzept dafür hat das Dortmunder Architekturbüro Gerber geliefert, das nach dem Willen des Hafen-Aufsichtsrats mit dem Neubau von Verwaltung und technischem Betriebshof beauftragt werden soll. „Mit dem Neubau an dieser Stelle entsteht ein schönes Tor zum Hafen“, stellt der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Jendrik Suck fest.

Neubau mit grüner Fassade

Und es wird ein grünes Tor: Eine begrünte Fassade prägt den Entwurf für die Hafenverwaltung, die allerdings nur einen kleinen Teil der Neubaupläne ausmacht. Das zweistöckige Gebäude muss gerade einmal Platz für zehn Büros bieten. „Der Schwerpunkt liegt auf dem Betriebshof, also im technischen Bereich“, betont Alexandra Reinbach als Technische Leiterin und Prokuristin der Hafen AG.

Die Vorarbeiten für das Umzugsprojekt sollen schon bald starten. Verbunden mit dem Neubau soll auch eine neue Zufahrt von der Franziusstraße entstehen. „Wenn es richtig gut läuft, beginnen wir noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten für die Zufahrtsstraße“, kündigt Uwe Büscher an. 2022 könnte dann der Bau für Verwaltung und Betriebshof starten. Spätestens 2024 soll das „grüne Tor“ zum Hafen dann fertig sein.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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