Veredeltes Hansa-Theater segelt wie Phönix aus der Asche in die neue alte Heimat

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Zur Wiedereröffnung des Hansa-Theaters in Hörde gab es am Samstag viele Lobeshymnen und Dankesworte. Und die Strothmüller- und Pappert-Schwestern haben jetzt etwas Familiäres gemeinsam.

Hörde

, 29.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast 17 Monate nach dem verheerenden Brand vom 1. Mai 2018 ist das Hansa-Theater wieder zurück an der Eckardtstraße 4a in Hörde. Am Samstag (28.9.) feierte die Eigentümer-Familie Strothmüller mit einem Programmquerschnitt Wiedereröffnung am angestammten Ort in neu gestalteten Räumen.

„Wir sind wieder hier in unserem Revier”, begrüßte Ubbo de Boer vom Werk- und Begegnungszentrum (WBZ), das den Gebäudekomplex als soziales Stadtteilzentrum betreibt, den vollen Saal. In Anlehnung an den „Wieder hier“-Hit von Marius Müller-Westernhagen hob auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau hervor, dass das „Hansa-Theater ein großes Stück Lebensqualität für den Stadtbezirk Hörde" sei. Für eine Programmerweiterung stellte er Fördergelder in Aussicht.

Veredeltes Hansa-Theater segelt wie Phönix aus der Asche in die neue alte Heimat

Der neue Saal des Hansa-Theaters präsentiert sich mit zwei runden Leuchten-Rondellen, auberginefarbenen Wänden und den feinen Tapeten sehr edel. © Dietmar Bock

1000 Dank an viele Helfer

„1000 Dank" galt den vielen unermüdlichen Helfern und Arbeitern, den großzügigen Spendern und Sponsoren sowie der Bezirksvertretung, ohne die der Wiederaufbau nicht möglich gewesen wäre. „Am 1. Mai letzten Jahres war hier drin nur noch Asche“, sagte das WBZ-Vorstandsmitglied. In Rekordbauzeit, die Kulturdezernent Jörg Stüdemann anerkennend lobte, sei das Theater „wie Phönix aus der Asche wiederauferstanden“.

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Digitalisierte Technik biete jetzt im auberginefarbenen, mit edlen Tapeten im Look feiner Stuckateur-Arbeiten versehenen Saal unter zwei großen Leuchten-Rondellen noch mehr Möglichkeiten. In den nächsten Tagen gehen die Klima- und eine neue Lautsprecheranlage in Betrieb.

Musikalität und Menschlichkeit haben geholfen

„Die Zeit von Blut, Schweiß und Tränen für die Familie Strothmüller ist vorbei“, blickte Ubbo de Boer auf die letzten schweren 17 Monate der Theater-Familie zurück. Nach den Tränen vom 1. Mai 2018 ackerten Inga, Nadine, Theresia und Rudi Strothmüller mit vielen Helfern unermüdlich, was nicht ohne Verletzungen abgegangen sei. „Ohne Eure Musikalität und Menschlichkeit würde es dieses Theater nicht geben“, führte der frühere Pastor aus. „Ich wünsche dem Theater eine lange feuerfeste Zukunft.“

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Nun freuen sich alle, passend zum 20-jährigen Jubiläum, auf das neue Theater im exquisiten Ambiente. „Es ist wunderschön geworden“, so der einhellige Tenor von Familienangehörigen, Ensemble-Mitgliedern und Besuchern. „Was für ein geiler Laden“, rief Johnny-Cash-Interpret Christoph Nitz aus. „Dieser Anblick ist faszinierend“, meinte Sängerin Anna Pappert. Und: „Ich bin unheimlich stolz auf meine Schwester, die jetzt auch ein Teil dieses Theaters ist.“ Denn Objekt-Designerin Ulrike Pappert-Waszkiewicz schuf das edle Ambiente stilsicher.

Veredeltes Hansa-Theater segelt wie Phönix aus der Asche in die neue alte Heimat

Zu Rudi Strothmüllers (r.) Frank-Sinatra-Hit „New York, New York" boten (v.l.) die Solisten Mathias Schiemann, Anna Pappert und Christoph Nitz gemeinsam die passende Tanz-Choreografie. © Foto: Dietmar Bock

Schwestern teilen gemeinsames Theater-Erleben

Anna Pappert habe, so gestand sie, Inga und Nadine Strothmüller stets beneidet, dass die Schwestern alles gemeinsam machen und zusammen im Theater wirken können. Nun könne sie als langjähriges Ensemble-Mitglied auch mit ihrer Schwester ein gemeinsames Theater-Erleben teilen.

Die Strothmüller-Sisters leiteten den kulturellen Teil passend mit dem durch Joe Cocker und Jennifer Warnes bekannt gewordenen Hit „Up Where We Belong“ ein. Sie seien jetzt wieder dort, wo sie hingehörten. Darin stimmten die geladenen Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie Arbeiter der am Wiederaufbau beteiligten Firmen und Besucher mit ein. „Es ist schön, wieder zu Hause zu sein“, freuten sich vor allem die Stammgäste über die Rückkehr nach Hörde.

Das Theater präsentierte wieder sein umfangreiches Repertoire

Unter der Moderation von Musicalsänger Mathias Schiemann präsentierten auch Tirzah Haase, von Armine Ghuloyan am Klavier begleitet, mit Schlagern von Alexandra, Rudi Strothmüller als Frank Sinatra und Robin Stone als Rod Stewart das umfangreiche Repertoire des Familien-Theaters. Und das „segelte" in der Nähe des Phoenix-Sees zum Evergreen „Sailing“ wie Phönix aus der Asche in die neue alte Heimat.

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