Verfahrenstechnologe: Max (24) trägt schon als Azubi große Verantwortung

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In Deutschland herrscht Fachkräftemangel. Auszubildende im technischen Bereich werden gebraucht. Max (24) erzählt von seiner Ausbildung.

von Sabrina Sutor

Dortmund

, 05.09.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Max Anderson ist 24 Jahre alt und macht eine Ausbildung zum Verfahrenstechnologen bei Thyssenkrupp am Standort Dortmund. Er hat sein Fachabitur mit Schwerpunkt Metalltechnik am Leopold-Hoesch-Berufskolleg in Dortmund gemacht. „Schon damals habe ich mich sehr für technisch-mathematische und physikalische Sachverhalte interessiert, so konnte ich in der Schule bereits erste Erfahrungen in dem Bereich sammeln.“, erzählt er. Allerdings sind auch Bewerber mit einem Real- oder Hauptschulabschluss gerne gesehen.

„Nach einem dreiwöchigem Praktikum traf ich die Entscheidung, mich auch für eine Ausbildung zu bewerben.“ Nun ist Max im dritten von insgesamt dreieinhalb Lehrjahren und immer noch sehr zufrieden mit seiner Wahl.

Fakten zum Beruf und zur Ausbildung:

Bei der Ausbildung sind Vorkenntnisse im technischen Bereich keine Grundvoraussetzung, aber sie können sehr hilfreich sein. „Es sollte einem nicht schwer fallen, mit Formeln und Gleichungen zu arbeiten.“, erklärt Max. Zu den wichtigsten Aufgaben in dem Beruf gehören das Steuern und Regeln von Anlagen sowie das Erkennen und Beheben von Störungen.

Die Arbeitszeiten teilen sich in drei Schichten auf. Unter 18-jährige arbeiten aufgrund des Jugendschutzgesetzes nur in der Frühschicht. Wer schon 18 Jahre alt ist, arbeitet auf Wechselschicht, auch an Sonn- und Feiertagen. Jährlich gibt es 30 tarifliche Urlaubstage, dazu kommen weitere freie Tage für beispielsweise Nachtschichten. Die Berufsschule findet in Unna statt, je nach Ausbildungsjahr ein- bis zweimal pro Woche.

In Unterrichtsfächern wie Werksstoffkunde und Maschinen- und Anlagetechnik wird Theorie mit Praxis verbunden. „Es ist nicht immer leicht, aber wer sich mit Formeln und technisch-physikalischen Berechnungen nicht schwertut und sich das zutraut, dem steht nichts im Weg.“, versichert er. Die Auszubildenden werden nach Tarifverträgen bezahlt und erhalten Zuschläge für Nachtschichten und Arbeit an Sonn- und Feiertagen.

Verfahrenstechnologe: Max (24) trägt schon als Azubi große Verantwortung

Hier sieht man wie Max einen Fräser einspannt © Sabrina Sutor

Das sagt Max über seine Berufswahl:

Was gefällt dir an dem Beruf besonders gut?

Max: „Besonders gut gefällt mir an dem Beruf, dass alles eng im Team abläuft. Mich interessiert alles rund um Stahl, die Erzeugung, Umformung, Veredelung und die großtechnischen Anlagen. Außerdem mag ich es Verantwortung zu übernehmen, was man bei der Bedienung dieser riesigen Anlagenlagen durchaus tut.“

Was gefällt dir an dem Beruf gar nicht?

Max: „Was mich manchmal stört, ist nicht die Wechselschicht an sich, aber dass man auch mal freitags und samstags nichts mit seinen Freunden unternehmen kann und arbeiten muss. Außerdem mag ich das frühe Aufstehen bei der Frühschicht nicht besonders, aber wer steht schon gerne um 3.45 Uhr auf.“

Wo hättest du in der Schule besser aufpassen sollen?

Max: „Mir sind zwar Fächer wie Mathe und Physik schon immer leichtgefallen, allerdings denke ich, dass wenn ich noch besser aufgepasst hätte, ich einige wichtige Themen, die nun auch in der Ausbildung relevant sind, besser verstanden hätte. Ich denke, dass eine oder andere Thema wiederholt sich in der Berufsschule und man hat definitiv einen Vorteil, wenn man das Ganze schon mal irgendwo gehört hat.“

Infos zu Ausbildungsplätzen:

Aktuell sind in Dortmund keine freien Ausbildungsstellen zum Verfahrenstechnologen gemeldet, so die Agentur für Arbeit. Die Bewerbungsfristen für eine Ausbildung im nächsten Jahr bei thyssenkrupp beginnen in Kürze; mehr Informationen: https://karriere.thyssenkrupp-steel-europe.com/de/karriere/.

Weitere Infos zu Ausbildungsplätzen in Dortmund gibt es auf der Jobbörse der Agentur für Arbeit, www.jobboerse.arbeitsagentur.de sowie vor Ort im Dortmunder Jugendberufshaus, Steinstraße 39, www.jugendberufhshaus-dortmund.de.

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