Der Angeklagte soll sich stets genommen haben, was er gerade wollte. Er ist auf freiem Fuß. © Martin von Braunschweig
Mit K.O.-Tropfen betäubt

Vergewaltigungsopfer: „Er hat rumerzählt, dass ich jetzt seine Freundin bin“

Mit K.O.-Tropfen soll sie betäubt und danach vergewaltigt worden sein - und das von einem Bekannten. Deshalb hat die Frau direkt nach den angeblichen Taten 2014 krasse Konsequenzen gezogen.

Der Angeklagte soll seine Bekannte in deren Wohnung in der Nordstadt mindestens dreimal zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. In einem Fall konnte sich die Frau laut Staatsanwaltschaft deshalb nicht mehr wehren, weil der heute 33-Jährige ihr zuvor ein Betäubungsmittel in ein Getränk gemixt haben soll.

Von diesem sexuellen Übergriff existiert offenbar sogar ein Handy-Video. Angeblich war bei der Tat noch mindestens eine weitere Person in der Wohnung anwesend.

Tat angeblich gefilmt

Die betroffene Frau hatte für ihre Zeugenaussage am Dienstag eine lange Anreise hinter sich gebracht. Direkt nach der Tat war sie aus Dortmund weggezogen, vier Jahre später hatte sie sogar Deutschland den Rücken gekehrt und war zurück in ihre polnische Heimat gegangen.

Als sie dort der Brief mit der Ladung zum Termin erreichte, sei es ihr plötzlich wieder sehr schlecht gegangen, sagte sie den Richtern. „Ich musste mich wieder an diese Dinge erinnern, die ich eigentlich hinter mir lassen wollte.“

Den Angeklagten hat die Zeugin als Menschen in Erinnerung, der sich stets genommen habe, was er gerade wollte. „Ich mochte ihn eigentlich gar nicht, aber er ist immer in meine Wohnung gekommen und hat einfach überall rumerzählt, dass ich jetzt seine Freundin bin“, sagte die Zeugin.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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