Verspätungen durch elektronische Ticket-Kontrollen

Busse in Dortmund

In der Theorie klingt es so einfach: Man zückt vor Fahrtantritt sein Ticket und hält es an das markierte Feld am Zahltisch des Busfahrers. Gefälschte oder unbezahlte Tickets sollen so der Vergangenheit angehören. Doch in der Praxis führt die Ticket-Kontrolle der Stadtwerke (DSW21) zu Problemen.

DORTMUND

von Von Lea Baukenkrodt, Philipp Berndsen und Oliver K

, 23.08.2011, 15:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mal funktioniert sie, mal funktioniert sie nicht - die elektronische Ticket-Kontrolle im Bus.

Mal funktioniert sie, mal funktioniert sie nicht - die elektronische Ticket-Kontrolle im Bus.

„Ich habe recht gute Erfahrungen mit der elektronischen Kontrolle gemacht. Mein Ticket hat immer funktioniert“, sagt Kevin Meyer (21). Dass das nicht der Regelfall ist, belegen Stimmen anderer Fahrgäste. Maik Gronemeyer (33): „Manchmal muss man das Ticket erst säubern und öfter dranhalten, damit es gelesen werden kann.“ Das führt zwangsläufig zu Verzögerungen. Die 82-jährige Helma Müller berichtet: „Es hält die Leute auf. Der Bus auf meiner Linie hatte 15 Minuten Verspätung. Wenn man einen Termin hat, ist das ungünstig.“

Auch Fahrgast Willi Wiedmann hat Bedenken: „Wenn erstmal die Schule wieder losgeht, ist das Chaos vorprogrammiert. Wenn die Kinder unterwegs sind, ist die Schlange noch länger.“Allerdings winken Busfahrer die Fahrgäste bei längeren Schlangen oft durch und verzichten auf eine elektronische Prüfung. „Der Fahrgast hat Vorrang. Wenn sich Schlangen bilden, dann entfällt die Kontrolle“, betont DSW12-Sprecher Wolfgang Herbrand. Die Sorge, dass bei Beginn der Schulzeit großes Chaos ausbreche, teilt er nicht: „Zu Schulbeginn werden wir zu Stoßzeiten auch die hinteren Türen aufmachen. Es wird nicht zu Schlangen vor dem Bus kommen.“

Allerdings funktionieren auch die Kontrollen an den Türen nicht jedesmal. Manchmal können die Lesegeräte auch gültige Chipkarten nicht erkennen und der Ticketinhaber muss ein Einzelticket lösen. Zwar kann er sich die Kosten in den KundenCentern der DSW21 zurück erstatten lassen, der Mehraufwand bleibt jedoch beim Fahrgast. Es gebe etwa 30 bis 40 dieser Fälle, berichtet DSW21-Sprecher Bernd Winkelmann. Und sein Kollege Herbrand ergänzt: „Es ist zwar für den Einzelnen ein Aufwand, spricht aber nicht gegen das System.“

Anders sieht dies Fahrgast Brigitte Wiedemeyer (42): „Es kann nicht angehen, dass man trotz gültigem Ticket bezahlen muss. Und diese Rückerstattung ist doch eine wahnsinnige Rennerei.“ Winkelmann betont, dass seit Einführung der Ticket-Kontrollen bereits 600 ungültige Tickets eingezogen worden sind. Entweder waren die Tickets nicht bezahlt oder für die entsprechende Tarifzone nicht gültig. „Diese Tickets hätten wir durch Sichtkontrollen der Busfahrer nicht entdecken können“, erklärt Winkelmann.

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