An der Rückseite des Hornbach-Marktes, dort, wo früher der Dortmunder Straßenstrich war, soll es im November 2020 zu einer versuchten Vergewaltigung gekommen sein. © RN-Archiv

Versuchte Vergewaltigung hinter Hornbach: Opfer mit Messer bedroht

Ein 28-jähriger Mann soll im November in der Nordstadt versucht haben, eine flüchtige Bekannte zu vergewaltigen. Zu Beginn des Prozesses am Landgericht macht er seinem Ärger Luft.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte die Frau erst kurz vor dem Vorfall am 21. November auf dem Nordmarkt kennengelernt haben. Mit den Worten „Sollen wir spazieren gehen und ein bisschen chillen?“ soll er sie dann dazu gebracht, ihm zur Rückseite des Hornbach-Baumarkts zu folgen.

Dort angekommen, soll der 28-Jährige seine wahren Absichten offenbart haben. Die Staatsanwaltschaft beschreibt das folgende Geschehen so: Der Mann schubste die Frau gegen einen Container und zog ein Messer aus der Tasche. Dann raunte er ihr zu: „Du musst jetzt machen, was ich sage.“

Tatort hinterm Hornbach

In einem ersten Reflex soll die Frau noch versucht haben, sich zu wehren. Doch spätestens, nachdem der 28-Jährige ihr angeblich sagte, er würde sie köpfen, sollte sie das noch einmal versuchen, soll ihr Widerstand gebrochen gewesen sein.

Zu einer vollendeten Vergewaltigung kam es an diesem Abend aber dennoch nicht. Nachdem er offenbar mehrmals an seiner eigenen körperlichen Konstitution gescheitert war, soll der Angeklagte sein Vorhaben aufgegeben und die Frau weggeschickt haben.

Seit seiner Festnahme kurz darauf hat sich der 28-Jährige noch nicht detailliert zu dem Vorwurf der versuchten Vergewaltigung geäußert. Die Tatsache, dass die ganze Akte aber schon prall gefüllt ist mit seitenlangen Briefen des Mannes an verschiedene Gerichte, zeigt jedoch, dass er von einem Geständnis meilenweit entfernt ist.

Angeklagter will neuen Verteidiger

Auch zu Prozessbeginn gab sich der Angeklagte kämpferisch. Den anwesenden Verteidiger würdigte er kaum eines Blickes, weil dieser ohnehin nur erschienen war, um den erkrankten eigentlichen Verteidiger zu vertreten.

Und ohnehin beharrt der Mann darauf, sich noch einmal einen ganz neuen Rechtsanwalt suchen zu wollen. „Bisher hatte ich ja nicht die Gelegenheit dazu“, meckerte er am Dienstag in Richtung Richterbank. Am liebsten wolle er einen Verteidiger aus Berlin oder Brandenburg. „Da kenne ich nämlich alle.“

Termine bis in den Sommer

Ob es tatsächlich so weit kommt, dass der 28-Jährige noch einmal einen neuen Anwalt an die Seite gestellt bekommt, ist fraglich. „Sämtliche Verhandlungstermine sind jetzt einmal abgesprochen und daran werden wir auch nicht mehr rütteln“, sagte die Vorsitzende Richterin Kerstin Paschke dem Angeklagten.

Er könne allenfalls jemanden besorgen, der bereit ist, die abgestimmten Termine zu akzeptieren. Das wird jedoch sicherlich schwierig. Denn schon jetzt hat das Landgericht Verhandlungstage bis weit in den Sommer anberaumt.

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