Versuchte Vergewaltigung? Mann riss Frau vom Rad – nicht der erste Vorfall

mlzProzessauftakt am Landgericht

Ein Dortmunder (57) soll im Unionviertel eine Frau vom Rad gerissen und anschließend versucht haben, sie zu vergewaltigen. Nun begann der Prozess gegen ihn – auch wegen zwei weiterer Vorfälle.

Dortmund

, 03.03.2020, 18:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am frühen Morgen des 3. September 2019 wurde eine junge Dortmunderin auf der Rheinischen Straße offenbar Opfer einer Sexualattacke. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt einen 57-jährigen Mann, die Frau auf Höhe einer Tankstelle urplötzlich vom Rad gerissen und sich sofort auf sie gelegt zu haben, um sie zu vergewaltigen. Am Dienstag begann am Landgericht der Prozess.

Auf Anraten seines Verteidigers Markus Herberholz will sich der Beschuldigte lieber gar nicht zu den Vorwürfen äußern. Für den Mann steht eine Menge auf dem Spiel. Ein Psychiater hat bei ihm eine schwere paranoide Schizophrenie diagnostiziert, die zur Tatzeit voll ausgeprägt war.

So habe der 57-Jährige weder über eine ausreichende Einsichtsfähigkeit verfügt noch über das Vermögen, zu erkennen, dass er gegen Gesetze und Vorschriften verstieß. Im Prozess ist deshalb schon jetzt von einer absoluten Schuldunfähigkeit die Rede.

Unterbringung in Psychiatrie droht

Das bedeutet für den 57-Jährigen aber keineswegs, dass er darauf hoffen kann, freigesprochen und danach wieder freigelassen zu werden. Vielmehr müssen die Richter prüfen, ob er für unbestimmte Zeit in einem geschlossenen psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden muss – um die Allgemeinheit vor weiteren Übergriffen zu schützen. Einen entsprechenden Antrag kündigte Staatsanwalt Ludger Strunk bereits am Dienstag an.

Die Radfahrerin dürfte nach derzeitigem Sachstand in dem Prozess als Zeugin aussagen müssen. Laut Staatsanwaltschaft hatte sie das Glück, dass ihr an diesem Morgen gleich mehrere Passanten zur Hilfe eilten. Die Männer hatten offenbar die lauten Hilferufe der Frau gehört und dann versucht, den Angreifer von der am Boden liegenden Frau herunterzureißen.

Schließlich schafften sie es mit vereinten Kräften, den 57-Jährigen festzuhalten und der Polizei zu übergeben. Die ganze Zeit über soll der Mann unverständliche Geräusche von sich gegeben haben.

Zwei weitere Vorfälle im Jahr 2019

In dem Prozess vor der 32. Strafkammer geht es noch um zwei weitere Vorfälle aus dem Jahr 2019. Im April soll der Dortmunder auf der Langen Straße ebenfalls versucht haben, eine Radfahrerin zu küssen. Die Frau konnte sich damals aus dem Klammergriff des Angreifers befreien und wegrennen.

Und wenige Tage später soll er auf dem Gelände der TU aufgegriffen worden sein, obwohl er genau wusste, dass er sich dort wegen eines Hausverbots nicht mehr aufhalten durfte. Das Hausverbot war schon Wochen zuvor verhängt worden, weil sich Studentinnen von dem Mann belästigt fühlten und sich deshalb beschwert hatten. Auch zu diesen Vorwürfen will sich der Beschuldigte nicht äußern.

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