Verwalter räumt "Bulgarenhaus" an der Bergstraße 23

EDG und Polizei

Freitag, 11.30 Uhr, Bergstraße 23, Ecke Schillstraße: Vier Wagen der EDG mit etwa elf Mitarbeitern sind angerückt, um Berge von Müll, Dreck und Gerümpel aus dem von etlichen Bulgaren bewohnten Haus abzuholen.

DORTMUND-EVING

25.03.2011, 18:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Polizei kontrolliert die Anwohner an der Bergstraße 23 in Eving.

Die Polizei kontrolliert die Anwohner an der Bergstraße 23 in Eving.

Kaum sind die Saubermänner der EDG weg, rücken die erfahrenen Bezirksbeamten der Polizeiwache Eving an. Der Verwalter des Hauses, Olaf Möller, hat sie um Hilfe gebeten. Denn eines steht fest: Lediglich fünf Wohnungen hat der Vermieter aus Baden-Baden, dem weitere "Schlagzeillen-Häuser" in Hagen und Duisburg gehören, an bulgarische Familien vermietet.

Etwa 15 Menschen müssten dort etwa wohnen, vermutet Möller. Doch er gibt gleichzeitig zu, dass auch er den Überblick verloren hat. Und er hat selbst große Zweifel, ob er die unübersichtliche Wohnlage jemals in den Griff kriegt. Gestresste Anwohner, die täglich die mit Gardinen verhängten Lieferwagen in der Schillstraße sehen, wissen es besser. "Hier rücken morgens mindestens fünf Mal so viele Menschen in sieben bis acht Lieferwagen aus", sagt Volker Lasch, der wie seine Nachbarn die Nerven blank liegen hat.

Er hat ein wunderschönes Haus, eine tolle Wohnung und einen hübschen Garten. Wäre da nur nicht die unerträgliche Situation nebenan. Merklich unwohl fühlen sich die Bewohner im Viertel. Das gilt auch für einige Mütter und Mitarbeiterinnen des in unmittelbarer Nähe gelegenen St. Barbara Kindergartens. Viele Lieferwagen würden auch vorm Kindergarten stehen und immer wieder umgesetzt. Auffälllig viele Männer hielten sich in der Umgebung auf, sagt eine Erzieherin.

Derweil kontrollieren die Polizisten die Pässe der Frauen und Männer, die sich gerade im Haus Bergstraße 23 aufhalten. "Passport" verstehen sie noch, mehr nicht. Es ist ein mühsames Unterfangen für die drei Uniformierten mit "magerem" Ergebnis. Etwa 20 Männer und Frauen treffen sie um die Mittagszeit an – und viele Kinder.

Die, die Verwalter Möller nicht kennt, versichern, sie seien zu Besuch. Für die Nachbarn des Hauses Bergstraße 23 kein Wunder: "Morgens sollten solche Aktionen mal stattfinden", raten sie.

Lesen Sie jetzt