Verwüstete Kleingärten statt B1-Zubringer

Kipsburg

Dass der größte Teil der Kleingartenanlage Kipsburg noch steht, war nicht erwartbar. Eigentlich sollte hier, an der Semerteichstraße, ein Zubringer zu der untertunnelten B1 gebaut werden. Der Tunnel ist erstmal Geschichte – doch so, wie viele Gärten derzeit aussehen, kann es nicht weitergehen.

DORTMUND

von Von Tobias Großekemper

, 26.04.2011, 22:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Herbert Kemper, Vorsitzender des Kleingartenvereins Kipsburg, vor einer besonders von Vandalismus betroffenen Laube. Für deutlich besser erhaltene Parzellen sucht der Verein jetzt neue Mitglieder

Herbert Kemper, Vorsitzender des Kleingartenvereins Kipsburg, vor einer besonders von Vandalismus betroffenen Laube. Für deutlich besser erhaltene Parzellen sucht der Verein jetzt neue Mitglieder

Große Teile des Kleingartengebietes in Höhe des Westfalentowers an der B1 sollten eigentlich gar nicht mehr stehen. Wäre es nach den Planungen der Stadt und Straßen.NRW gegangen, sollte hier eine Einfahrt für einen B1-Tunnel liegen, 2010 sollte Baubeginn sein, Anfang 2009 wurde ein Großteil der betroffenen Gärtner entschädigt, sie verließen ihre Parzellen, lediglich ein kleiner Teil blieb, ihre Gärten waren von den Bauarbeiten nicht betroffen.Dann kippte das Oberverwaltungsgericht Münster die Planungen, die Untertunnelung der B1 ist in weite Ferne gerückt. Was mit einem großen Teil der betroffenen Kleingärten passiert, ist unklar – sie verfallen, werden geplündert und zerstört.

Für den Kleingärtner Gerhard Hochkirchen aus der Anlage Kipsburg ist der Zustand der Gärten mehr als ein Schandfleck, er ist gefährlich; die vertrockneten zugewucherten Gärten, in denen auch alter Holzschnitt liegt, könnten in Brand geraten, in den Löchern, in denen mal Pflanzen standen, könnte sich jemand den Fuß brechen, der abgeladene Müll lädt neue Müllferkel ein, und die älteren Damen aus der Nachbarschaft würden hier kaum noch spazieren gehen, einfach weil die soziale Kontrolle fehle. Das will der Verein ändern, ein zusammenhängender Teil der Anlage soll rekultiviert werden. Hier, wo auf der einen Seite noch Gärten unterhalten werden, soll auch auf der anderen Seite wieder Leben einziehen.

Neun Parzellen sind zu vergeben, zurzeit werden sie mit Hilfe der Agentur für Personalmanagement wieder „harkenrein“ gemacht, der Verein wünscht sich Familien mit Kindern, die dann die Gärten übernehmen. Was mit dem gegenüberliegenden Teil passiert, der direkt an die Semerteichstraße grenzt, ist unklar. Das Land gehört der Stadt. Die Vorsitzende des Stadtverbands der Dortmunder Gartenvereine, Edelgard Moeller, wäre es am liebsten, die Hütten würden abgerissen und es würde Grabeland entstehen. Weit entfernte Zukunftsmusik für die Kleingärtner aus der Kipsburg. Sie suchen erstmal nette Mitgärtner, die sich formlos mit ein paar Zeilen in der Anlage bewerben können.

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