Viel Vernunft aber auch fast 100 Platzverweise nach Corona-Kontrollen

Polizei

Zahlreiche Dortmunder verbrachten das Wochenende an der frischen Luft. Viele verhielten sich vorbildlich, doch die Polizei schrieb auch einige Anzeigen. Eine Gruppe fiel besonders auf.

Dortmund

19.04.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vor einem Baumarkt im Dortmunder Süden bildeten sich am Wochenende lange Schlangen.

Vor einem Baumarkt im Dortmunder Süden bildeten sich am Wochenende lange Schlangen. © Stephan Schütze

Die Polizei Dortmund hat am Wochenende (17./18.4.) erneut verstärkt Kontrollen im Zuge der Pandemievorsorge durchgeführt. Schwerpunkte lagen am Freitag und Samstag vor allem in der nördlichen Innenstadt.

Die Polizei schreibt in einer Pressemitteilung dazu: „Erfreulich: Die Beamten stießen hier auf viele Menschen, die sich einsichtig und den aktuellen Regeln konform verhielten. Absolut unerfreulich: Im Bereich des Walls in der Innenstadt mussten sie erneut auf mehrere uneinsichtige Mitglieder der Raser- und Tuningszene treffen.“

Bereitschaftspolizei und Hundestaffel im Einsatz

Besonders an zuletzt belebten Orten zeigte die Polizei Freitag und Samstag jeweils zwischen 16 und 0 Uhr verstärkt Präsenz - unterstützt auch von Kräften der Bereitschaftspolizei und der Hundestaffel.

„Platzverweise und Ordnungswidrigkeitenanzeigen blieben an beiden Tagen die Ausnahme“, so die Polizei. Zwar trafen die Beamten am Freitag aufgrund des schönen Wetters auf vielen öffentlichen Plätzen auf mehrere Personengruppen. Größtenteils verhielten sich diese aber regelkonform und reagierten, wenn dies nicht der Fall war, sofort auf polizeiliche Ansprachen und Anweisungen.

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Am Freitag mussten die Einsatzkräfte 13 Platzverweise erteilen und 6 Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung fertigen. Am Samstag waren es 25 Platzverweise und keine Anzeigen.

Was gegen 19.30 Uhr in Dorstfeld als „Corona-Party“ gemeldet worden war, stellte sich als eine nachbarschaftliche Gesangseinlage heraus. Im Familienverbund standen mehrere Parteien auf ihren jeweiligen Grundstücken und sangen gemeinsam „You‘ll never walk alone“. Auch wenn keine Verstöße feststellbar waren, wiesen die Beamten die Teilnehmer an, die Musikanlagen etwas herunterzudrehen.

Hupende Autos mit aufheulenden Motoren

In den späten Abendstunden des Samstags musste die Polizei zahlreiche Anrufe von Bewohnern des Wallrings in der Innenstadt annehmen. Hupende Autos mit aufheulenden Motoren und quietschenden Reifen wurden gemeldet. Kurzfristig richteten Polizisten daher auf dem Ostwall in beiden Fahrtrichtungen eine Kontrollstelle ein. Insgesamt erteilten sie in diesem Rahmen 60 Platzverweise für den City-Bereich inklusive des Walls.

Neunmal fertigten sie Anzeigen wegen Verstößen gegen den Corona-Schutz. Polizeipräsident Gregor Lange zeigt kein Verständnis für die Szene: „Zum wiederholten Male mussten unsere Beamtinnen und Beamten nun gegen eine Gruppe Uneinsichtiger vorgehen, die nicht nur sich gegenseitig gefährden, sondern auch Anwohnerinnen und Anwohner belästigen. Das ist nicht zu tolerieren.“ Die Polizei will den Druck auf diese Szene ausdrücklich hoch halten.

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