In 55 Berufsjahren hat Willi Wigger mit seiner Parfümerie schon viele Krisen überstanden - und bisher immer eine Lösung gefunden, wie er sagt. © Franka Doliner
Handel

„Vielleicht hätte man den Lockdown schon im November machen sollen“

Deutschland geht ab Mittwoch in einen zweiten Lockdown. Für die kleineren Händler in der Dortmunder Innenstadt bedeutet das vor allem eins: hohe Verluste. Wie gehen sie damit um?

Das Weihnachtsgeschäft ist für viele Händler die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Besonders für die, bei denen sich das eine oder andere Geschenk finden lässt. Mit dem zweiten Lockdown verkürzte sich das Weihnachtsgeschäft nun drastisch.

Dortmunder Händler versuchen sich im Krisenmanagment

„Wir haben schon viele Krisen überstanden“, sagt Willi Wigger von der gleichnamigen Parfümerie im Kaiserstraßenviertel, „bisher haben wir immer eine Lösung gefunden“. Im Lockdown heißt die: Verkauf über die Türschwelle. „Rufen Sie an, wir machen was fertig“, erklärt Wigger.

Seit 55 Jahren steht der 78-Jährige jeden Tag hinter der Ladentheke der Parfümerie, die seine Eltern vor über 100 Jahren gegründet haben. „Ich verstehe, dass etwas gemacht werden muss gegen das Virus“, kommentiert er die Maßnahmen. Aber: „Was mich ärgert ist, dass die Drogerien offen bleiben dürfen“.

In seinem Geschäft verkauft Wigger auch Pandemieprodukte wie Desinfektionsmittel.

„Wir sind alle sehr traurig“

Nicht nur die Parfümerie als ein besonders klassisches Geschäft, in dem viele Dortmunder auf die Suche nach Weihnachtsgeschenken gehen, sieht sich von den neuerlichen Schließungen schwer getroffen: „Der zweite Lockdown trifft uns ganz hart“, sagt etwa auch Bärbel Garbe von Henriette`s Küchenladen in der Dortmunder Innenstadt.

Im Geschäft seien alle sehr traurig über die Situation, aber sie habe Verständnis für die Maßnahmen, so Garbe.

Auch sie hat sich eine Notlösung einfallen lassen, um den Verkauf auch während der Lockdown-Tage weiter aufrecht zu erhalten – zumindest zum Teil: Das Team von Henriette`s Küchenladen liefert Weihnachtsgeschenke auf Bestellung auch aus.

Lieferdienst statt umsatzstarke Tage

„Uns fehlt die letzte Woche vor Weihnachten sehr“, sagt auch Thomas Vogt von Tabak Vogt, „sonst haben wir um diese Zeit eigentlich die beste Zeit des Jahres“. In seinem Geschäft in der Dortmunder Innenstadt verkauft Vogt Tabakprodukte und Spirituosen.

In den vergangenen Tagen waren in seinem Laden mehr Kunden als sonst. „Der Lockdown ist nicht schön für uns“, sagt Vogt. Und er fügt hinzu: „Vielleicht hätte man den aber auch schon im November machen sollen“. Dann hätte zumindest Hoffnung für das Weihnachtsgeschäft bestanden. Den fehlenden Umsatz versucht auch Vogt, in den kommenden Wochen mit einem Lieferdienst aufzufangen.

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