Vivaldis Gloria krönte Jubiläum

03.09.2007, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wickede Der Gottesdienst zur 40-Jahr-Feier des Kirchenchores "Vom Göttlichen Wort" und zum Beginn des Gemeindefestes hätte keinen besseren und würdigeren musikalischen Rahmen haben können.

Mit dem "Gloria D-Dur" von Antonio Vivaldi hatte sich der Chor der Gemeinde ein sehr hohes Ziel gesetzt. Diese wohl bekannteste geistliche Komposition des barocken Meisters entstand um das Jahr 1715. Vivaldi hat es geschaffen für das "Ospedale della Piata" in Venedig, ein Waisenhaus für Mädchen. Dort hatte Antonio Vivaldi eine Anstellung als "Maestro di Coro".

Spannung gehalten

Das Gloria D-Dur, das in zwölf Abschnitten nach Art der geistlichen Kantate komponiert ist, hat allerdings nicht die Form eines kompletten Ordinariums für den liturgischen Gebrauch. Doch war es in der Barockzeit üblich, dass solche Werke wie diese Gloria als besondere Ausgestaltung der Liturgie bei kirchlichen Festen aufgeführt wurden.

Chorleiter Mirco Weiß hat mit seinem Wickeder Kirchenchor dieses Werk für den Festtag des 40-jährigen Jubiläums erarbeitet.

Das Gloria D-Dur ist in der Besetzung mit Chor, Soli und Orchester in Takt und Tonart eine Rarität.

Der Chor, der sehr gezielt auf diese Aufführung vorbereitet war, nutzte die Gunst der Stunde und lieferte dem Publikum einen außergewöhnlichen Hörgenuss.

Dem musikalischen Leiter, Mirco Weiß - für diesen noch jungen Kirchenmusiker war es die erste Aufführung mit Chor, Soli und Orchester - gebührt die volle Anerkennung.

Denn vom Beginn der Probenarbeit bis zum Tag der Aufführung konnte er die Spannung erhalten und das Ensemble zu dieser guten Leistung führen. Seine korrekte Zeichengebung gab den Ausführenden auch die Sicherheit.

Jubilierende Trompete

Die solistischen Passagen des Konzertes hatte Weiß mit jungen Studierenden besetzt.

So überzeugten Nicola Pisarski (Sopran), Katharina Höhne (Mezzosopran) und Andrea Bender (Alt) mit stimmiger Gestaltung in den Gloria-Sätzen "Laudamus te", "Domine Deus", "Qui sedes" und dem "Ave Maria" von Georg Friedrich Händel.

Gewohnt sicher in den Tempi und der dynamischen Ausführung war das Kammerorchester Aplerbeck. Ausgezeichnet waren auch die Begleitung der Solo-Oboe im "Domine Deus" und die jubilierende Bach-Trompete im "Cum Sancto Spiiritu", die den festlichen Vortrag krönte.

Werner Fischer

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