Es ist zu befürchten, dass auch der Kiebitz völlig aus Dortmund verschwindet. © dpa
Dortmunder Vogelwelt

Vogelexperten warnen: Diese Arten stehen in Dortmund vor dem Aus

182 Vogelarten wurden im vergangenen Jahr in Dortmund nachgewiesen. Einige davon werden hier bald ganz verschwinden. Experten schlagen Alarm. Gleichzeitig gibt es aber auch gute Nachrichten.

110 Vogelbeobachter haben im vergangenen Jahr 92.000 Meldungen zur Dortmunder Vogelwelt zusammengetragen. Sie wurden vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) ausgewertet und im aktuell erschienenen Bericht über die „Dortmunder Vogelwelt 2020“ veröffentlicht. Darin gibt es schlechte, aber auch gute Nachrichten.

Vor allem die Lage bei den Vögeln der Feldflur ist mehr als bedrohlich. „Kiebitze kommen in Dortmund nur noch im Hochwasser-Rückhaltebecken Mengede vor“, berichtet Dr. Erich Kretzschmar, Vogelexperte des Nabu Dortmund und Vorsitzender des Naturschutzbeirates der Stadt.

Doch das Hochwasser-Rückhaltebecken wachse immer mehr zu. Die möglichen Brutplätze würden dadurch von Jahr zu Jahr weniger, so Kretzschmar. „Auch der Bruterfolg 2020 war sehr schlecht, so dass das völlige Verschwinden der Art aus Dortmund zu befürchten ist.“

Turteltaube als Brutvogel seit Jahren verschwunden

Andere sogenannte Agrarvögel wie Rebhuhn, Turteltaube oder Braunkehlchen seien in Dortmund schon seit Jahren als Brutvögel verschwunden, berichtet der Vogelexperte. Ein ähnliches Schicksal drohe auch dem Wiesenpieper, von dem nur noch wenige Brutpaare auf Haldenstandorten bekannt seien.

Zudem stünden weitere Arten vor dem Aus, die es früher in Dortmund häufig gegeben habe, darunter die Weidenmeise, der Gartenrotschwanz und der Feldsperling: „Die Ursachen hierfür sind vielfältig und nicht für alle Arten geklärt“, sagt Guido Bennen, ein weiterer Vogelexperte beim Nabu. „Dazu gehören zum Beispiel das Insektensterben, der Klimawandel und bei Zugvögeln auch Gefahren während des Zuges.“

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Das sind Vögel, zu denen Vogelexperten in Dortmund interessante Beobachtungen gemacht haben

Aber es gibt auch einige Beobachtungen, die das Herz von Vogelfreunden höher schlagen lassen. Dazu zählten im vergangenen Jahr der zweite Nachweis eines Seeadlers und so ornithologische Seltenheiten wie Schwarzstorch, Pirol oder Bartmeise. Ebenso fanden die Vogelbeobachter Brutnachweise einiger seltener Entenarten wie Moor-, Knäk- und Krickente.

Manche „Sorgenkinder“ haben sich etwas erholt

Auch die Bestände einiger „Sorgenkinder“ unter den häufigen Arten wie Amsel, Blaumeise und Haussperling hätten sich etwas erholt, stellt Kretzschmar fest: „Unter den selteneren Brutvögeln waren Teichrohrsänger mit über 40 Brutpaaren so häufig wie nie zuvor. Erfreulich ist auch eine erneute erfolgreiche Brut von Kolkraben.“

Bearbeitet wurde das Buch „Dortmunder Vogelwelt 2020“ von Dr. Erich und Robin Kretzschmar, Dagmar Uttich, Guido Bennen und Benjamin Hamann-Tauber. Alle haben auch schon am 2019 erschienen Buch „Dortmunder Vogelwelt“ mitgewirkt, das jetzt auf den allerneuesten Stand gebracht wird.

Zum Buch

Hier bekommt man die Vogelwelt 2020

  • Auf 48 Seiten werden Informationen zu den 182 im vergangenen Jahr in Dortmund nachgewiesenen Vogelarten gegeben.
  • Für viele davon gibt es schöne Fotos, Durchzugsdiagramme und Verbreitungskarten .
  • Der Bericht ist zum Preis von 5 Euro unter anderem beim NABU Dortmund und in vielen Dortmunder Buchhandlungen erhältlich.
Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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