Vor der Stichwahl: Hier haben Dortmunds OB-Kandidaten ihre Hochburgen

mlzKommunalwahl 2020

Wie haben die Oberbürgermeister-Kandidaten in Dortmund in den Hochburgen ihrer Parteien abgeschnitten? Wo sind sie besonders beliebt? Antworten liefert ein Blick in die Wahldaten.

Dortmund

, 16.09.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen satten Vorsprung von 11,7 Prozent hatte Ullrich Sierau (SPD) bei der Oberbürgermeister-Wahl 2014 gegenüber seiner Hauptkonkurrentin Dr. Annette Littmann (CDU). Im zweiten Wahlgang war der Vorsprung auf 3,2 Prozent geschmolzen. Sierau siegte in der Stichwahl mit 51,6 zu 48,4 Prozent. Auf eine ähnliche Aufholjagd hofft nun auch Dr. Andreas Hollstein.

Der CDU-Kandidat tritt in der Stichwahl am 27. September gegen Thomas Westphal (SPD) an. Im ersten Wahlgang am Sonntag (13.9.) lag Westphal um genau zehn Prozentpunkte vorn - mit 35,87 zu 25,87 Prozent.

Bewerber machen Stimmen streitig

Interessant ist der Blick auf die Details. So fällt auf, dass beide Stichwahl-Kandidaten im ersten Wahlgang in absoluten Zahlen deutlich weniger Stimmen bekamen als ihre Vorgänger 2014. Während Annette Littmann 63.827 Wählerstimmen hatte, erreichte Hollstein 54.505 - das sind 14,6 Prozent weniger. Thomas Westphal wiederum liegt mit 75.565 Stimmen um 13,4 Prozent hinter Ullrich Sierau, der 2014 im ersten Wahlgang auf 87.287 Stimmen kam.

Thomas Westphal (l.) möchte die Nachfolge von Oberbürgermeister Ullrich Sierau antreten.

Thomas Westphal (l.) möchte die Nachfolge von Oberbürgermeister Ullrich Sierau antreten. © Schaper

Der offensichtliche Grund: In diesem Jahr gab es mit zwölf Bewerbern drei OB-Kandidaten mehr als 2014. Und sie strichen insgesamt deutlich mehr Stimmen ein als vor sechs Jahren. Das gilt besonders für die jeweils Drittplatzierte im Rennen ums Rathaus. Die Grünen-Kandidatin Daniela Schneckenburger konnte ihren Stimmenanteil von 2014 mehr als verdoppeln - von 22.353 auf jetzt 46.014 Stimmen.

Daniela Schneckenburger liegt in einem Stadtbezirk - der Innenstadt-West - mit 32,35 Prozent und dort auch in zwei von drei Wahlbezirken sogar an der Spitze. Auch in je einem Wahlbezirk der Innenstadt-Ost und der Innenstadt-Nord ist sie vor Westphal und Hollstein.

Im Kampf um den Einzug in die Stichwahl hatte Andreas Hollstein (CDU) am Wahlsonntag (13.9.) gegenüber Daniela Schneckenburger (Grüne) die Nase vorn.

Im Kampf um den Einzug in die Stichwahl hatte Andreas Hollstein (CDU) am Wahlsonntag (13.9.) gegenüber Daniela Schneckenburger (Grüne) die Nase vorn. © Dieter Menne

Auf Stadtbezirks-Ebene liegt der SPD-Kandidat außer in der Innenstadt-West in allen anderen elf Bezirken vorn - wobei sich auch hier die Hochburgen der Sozialdemokraten deutlich abzeichnen. In Eving und Scharnhorst kommt Thomas Westphal auf 43,3 beziehungsweise 42,1 Prozent, in Hombruch liegt er mit 32,5 Prozent dagegen nur knapp vor Andreas Hollstein, der in der CDU-Hochburg 31,6 Prozent erreicht.

CDU-Hochburg im Süden

Auf der Ebene der 40 Wahlbezirke liegt Hollstein in drei Bezirken im Süden Dortmunds und einem Bezirk in der östlichen Innenstadt vor Westphal. Thomas Westphal selbst kommt allerdings auch in keinem der 40 Wahlbezirke über die 50-Prozent-Marke. Den Höchstwert erreicht er mit 48,7 Prozent in Obereving.

Die spannende Frage wird sein, wer am 27. September am besten die eigenen Anhänger an die Wahlurnen bringen kann und wer die Stimmen der im ersten Wahlgang unterlegenen Mitbewerber, allen voran von Daniela Schneckenburger, auf sich vereint.

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