Vororte machen Sorgen

Seine Tage als Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Mitte sind gezählt. RN-Redakteurin Bettina Kiwitt sprach noch einmal mit Hans-Jürgen Klems über die Entwicklung der City und der Vororte sowie aktuelle Themen wie das Thier-Projekt.

14.01.2008, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

<p>... sieht Hans-Jürgen Klems die Entwicklung in der City positiv. RN-Fotos (2) Menne</p>

<p>... sieht Hans-Jürgen Klems die Entwicklung in der City positiv. RN-Fotos (2) Menne</p>

Herr Klems, Sie sind jetzt fünf Jahre Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes. Wie hat sich in dieser Zeit die City entwickelt?

Klems: Sehr gut. Die City zeigt eine stabile Entwicklung, die positiv ist. Insbesondere gegenüber anderen Städten im Umland hat sie stark gewonnen.

Gibt es was zu verbessern?

Klems: Es gibt immer etwas zu verbessern. Etwa an der Qualität des Angebots oder auch der Events. Generell finde ich, dass in einer Großstadt wie Dortmund im Vergleich zu anderen Großstädten vieles zu langsam läuft.

Haben Sie ein Beispiel?

Klems: Sicherlich die Entscheidungsprozesse rund um den Bahnhof.

Was sollte konkret bei den Veranstaltungen in der City geändert werden?

Klems: Die Experten bei der City Marketing Gesellschaft haben genügend Fachwissen, um da für Veränderungen zu sorgen.

Habe Sie selbst Ideen?

Klems : Ich fand die Idee eines Pferderennens auf dem Wall spektakulär. Ich weiß nicht mehr, woran die letztlich gescheitert ist. Aber mit solchen Veranstaltungen sorgt man weit über Dortmund hinaus für Aufmerksamkeit. Nehmen Sie etwa die Stadt Düsseldorf, die kürzlich in der Innenstadt einen Skilanglauf durchführte.

Was fehlt Ihnen persönlich in der Innenstadt?

Klems: Es gibt sehr viel junge Mode, dafür ist das Angebot für die älteren Semester wie mich etwas dürftig.

Von der City zu den Vororten. Wie sieht es dort aus?

Klems: Die Vorortentwicklung ist nach wie vor schwierig. Sie steht und fällt letztlich mit dem Engagement der jeweiligen Kaufmannschaft. Die Probleme sind eher noch größer geworden.

Warum?

Klems : Von der Freigabe der Ladenöffnungszeiten haben vor allem die Grüne Wiese und die City profitiert, die Nebenzentren sind die Verlierer.

Wie kann der Einzelhandelsverband den Handel in den Vororten unterstützen?

Klems: Vorab: Der Willen zu Veränderungen muss aus der Kaufmannschaft selbst kommen. Dann leitet der Verband gern federführend das weitere Engagement, koordiniert Termine und stellt Räumlichkeiten zur Verfügung. Woran es oftmals mangelt, ist der Wille der Händler, aktiv zu werden. Wenn einer nach vorn geht, ist er darauf angewiesen, dass 30, 40 Händler mitziehen.

Anderes Thema: Bei unserem letzten Gespräch hatten Sie prognostiziert, dass das 3do nicht kommt. Sie hatten recht. Wie sehen Sie die Chancen fürs Thier-Projekt?

Klems: Das wird kommen.

Aber gerade aus Ihrem Verband kommt Kritik an der geplanten Größenordnung der Handelsfläche.

Klems: Das Projekt begrüßen wir, aber die Fläche ist tatsächlich ein kritischer Punkt. Je mehr Quadratmeter wir in der in der City haben, um so mehr Umverteilung findet statt.

Unverständlich ist es dennoch, dass der Einzelhandelsverband den 36 000 qm Handelsfläche im 3do zugestimmt hat, jetzt diese Größenordnung als zu groß kritisiert.

Klems: Die gedachte Größenordnung ist sicher noch Gesprächsthema, aber seit damals hat sich einiges getan und nicht immer zum Guten des Handels. Die Umsätze stiegen nur minimal. Die Entwicklung am Bahnhof ist auch noch nicht abgeschlossen. Irgendwie wird dort irgendwann irgendetwas passieren. Das könnte auch zusätzlicher Handel sein.

Ihre Tage als Vorsitzender Einzelhandelsverbandes Westfalen-Mitte sind aufgrund der Verbandsreform gezählt. Mitte April soll die Fusion der Verbände Westfalen-Mitte und Münster vollzogen werden. Wie beurteilen Sie die Reform?

Klems : Nur positiv. Durch die Fusion wird die Verbandslandschaft schlanker und effizienter.

Wer wird Vorsitzender?

Klems: Der jetzige Vorsitzende vom Verband in Münster Michael Radau, Chef der Biosupermärkte. Ich bleibe Mitglied im Vorstand.

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