Wachmann schenkte Häftlingen Bananen

Pflichtverletzung

DORTMUND Dietmar Gielke, früher Torwart bei Borussia Dortmund und Preußen Münster, heute Wachmann bei der JVA Dortmund, klagte am Dienstag vor dem Verwaltungsgericht Münster: Der Wittener wollte es nicht hinnehmen, dass er 100 Euro Strafe zahlen sollte, weil er Gefangenen ein paar Bananen geschenkt hatte.

von Von Martin von Braunschweig

, 25.11.2009, 09:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dietmar Gielke (Mitte) und seine Anwälte Dr. Magnus Bergmann (rechts) und Stefan Teichert (links).

Dietmar Gielke (Mitte) und seine Anwälte Dr. Magnus Bergmann (rechts) und Stefan Teichert (links).

Der Ärger begann im Sommer 2007. Ohne Vorwarnung musste sich der heute 55-jährige Gielke damals von seinen Kollegen abführen und rauswerfen lassen. Die Vorwürfe: Der Wachmann soll Untersuchungs- und Strafhäftlinge verbotenerweise in eine Zelle gesteckt und darüber hinaus auch noch Bananen an die Gefangenen verschenkt haben. "Einfach aus dem Knast rausgepölt" "Die haben die Tür aufgeschlossen und mich einfach aus dem Knast rausgepölt", sagt Dietmar Gielke. Und das, obwohl er doch nun wirklich nichts Schlimmes gemacht hatte.

Nach vier Monaten Suspendierung sah die Anstaltsleitung dies offenbar genau so. Der Wittener durfte wieder das machen, was er am liebsten tut: arbeiten. "Ich bin mit Herz und Seele Schließer", sagt er.

Abgehakt war der unangenehme Zwischenfall damit aber noch lange nicht. Denn das Land NRW schickte Gielke einen Bußgeldbescheid und forderte ihn auf, für seine Pflichtverletzung 100 Euro zu bezahlen. Wachmänner dürften Gefangenen einfach nichts schenken - nicht einmal Bananen, hieß es. Vor der Disziplinarkammer klagte Gielke gestern gegen eben jenes Knöllchen. Doch die Disziplinarkammer urteilte gestern weniger aus dem Bauch heraus, sondern rein formal und wies die Klage ab. Begründung: "Sie haben es sicher gut gemeint, aber der Weg zur Hölle ist auch mit guten Vorsätzen gepflastert."

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