Wahlkampf-Parteitag: CDU spielt "Krieg der Sterne"

DORTMUND Für ihren Wahlkampf nimmt die CDU Anleihen bei der „Star Wars“-Saga (Krieg der Sterne). Ihr OB-Kandidat Joachim Pohlmann als Lichtgestalt Luke Skywalker, der das Böse besiegt und den Wandel in bessere Zeiten bringt?

von Von Gaby Kolle

, 01.03.2009, 15:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wahlkampf-Parteitag: CDU spielt "Krieg der Sterne"

180 Tage vor der Wahl kam noch keine Euphorie auf beim Wahlkampf-Parteitag der CDU, doch OB-Kandidat Joachim Pohlmann (links mit Lebensgefährtin Doris Becking) erntete für seine Rede lang anhaltenden Beifall.

Das suggerierte ein kurzer, mit flotter Musik untermalte Film, der beim Kreisparteitag die Rede Pohlmanns – 113 Tage nach seiner Nominierung – einläutete : „DAS WARS Genossen! Dortmund ist Schwarz-Gelb“.

Der bejubelte Film von JU-Mitglied Christian Morsch kam ebenso gut an bei den Delegierten wie Pohlmanns Rede, mit der der 54-Jährige den Wandel beschwor, den Neuanfang, nach dem sich die Menschen in Dortmund sehnten. Die SPD habe die Stadt seit 60 Jahren „in Geiselhaft“ genommen: „Ob städtische Ämter, ob Genehmigungen, Aufträge – immerzu trifft man auf ,verdiente‘ Genossen.“ Pohlmann versprach, „genau damit Schluss zu machen“."Wähler sind 'Arroganz der Macht' leid"

Die Wähler seien die „Arroganz der Macht“ leid, wollten „mehr Transparenz statt Gemauschel“, mehr Dialog als „Schulterschlüsse unter Genossen im Hinterzimmer“. Seinen Gegenspieler und OB-Kandidaten der SPD, Ullrich Sierau, bezeichnete Pohlmann als „Reinkarnation des Systems Langemeyer“. Parteichef Erich G. Fritz ergänzte: „Der steckt mit der Nase so tief drin, dass er häufig den Überblick verliert.“ Die Wähler wollten einen Menschen sehen, der zuhört, zu dem sie Vertrauen haben, „und keinen Funktionär“. Der parteilose Pohlmann will ein „besseres Personalmanagement mit einem eigenen Dezernenten“ und eine Umgestaltung der Stadtverwaltung, die „nicht primär den Abbau von Arbeitsplätzen im Fokus“ hat, eine ehrlichere Haushaltsführung statt schön gerechneter Projekte, verschwundener Steuergelder im OB-Büro und aufgelaufener Kassenkredite von 900 Mio. €. Die Delegierten quittierten Pohlmanns Rede, die auch die Bereiche Wirtschaft, Bildung, Klinikum, Sicherheit und Ordnung streifte, mit 110 Sekunden Beifall.Unterstützung von Fritz und Hengstenberg

Parteichef Erich G. Fritz und der Fraktionsvorsitzende sowie Spitzenkandidat Frank Hengstenberg schlugen in dieselbe Kerbe. Der SPD hielt Fritz vor, sie müsse sich nicht über 700 000 € Kosten für den Kommunalwahltermin am 30. August aufregen, „wenn 1,1 Mio. € im OB-Büro fehlen.“

In den letzten – für Dortmund schlechten – fünf Jahren sei es Rot-Grün nur um den Machterhalt gegangen, so Hengstenberg. Scheinanträge und allein 31 Resolutionen an Land, Bund und EU habe die Menschen in der Stadt „keinen Millimeter weiter gebracht“. Am 30. 8 sei „Sommerschlussverkauf bei der SPD. Alle müssen raus.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt