Wann kommt endlich der Fußgänger-Tunnel zwischen Brackel und Scharnhorst?

mlzICE-Tunnel

Einen Mehrwert für Scharnhorster und Brackeler Radfahrer und Fußgänger hätte ein Tunnel unter der ICE-Linie Dortmund/Hamm. Er ist schon lange geplant – und wieder zum Thema geworden.

Brackel, Scharnhorst

, 04.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bezirksvertretung Scharnhorst greift auf Antrag der SPD-Fraktion ein altes Thema auf: den möglichen Tunnel-Durchstich unter der ICE-Strecke Dortmund-Hamm, die derzeit die Grenze zwischen Brackel und Scharnhorst bildet. Konkret geht es um die Stelle, die man als Verlängerung der Straße Buschwiese auf Brackeler Gebiet und Am Wirksfeld in Scharnhorst/Kurl beschreiben könnte. Dort existiert auch eine Brücke über den Körnebach.

Berichterstatter der Verwaltung gefordert

Das Gremium lädt dazu für die nächste Sitzung im Februar einen Berichterstatter der Fachverwaltung ein, der über den Stand der Verhandlungen mit der Deutschen Bahn referieren soll. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Karin Heiermann bekräftigte noch einmal die Wichtigkeit dieser Wegeverbindung.

Die Vorteile eines solchen Durchstichs zwischen den beiden Stadtbezirken liegen auf der Hand, wie auch bereits der ehemalige Planungsamt-Mitarbeiter Werner Jakumeit bei einem Ortstermin im Februar 2017 ausgeführt hatte: Brackeler und Scharnhorster Fußgänger und Radfahrer könnten problemlos von einem Ort zum anderen gelangen. Angebunden würde auch das nahe Hohenbuschei-Gebiet mit rund 700 neuen Wohnungen.

Training von Borussia Dortmund besuchen

„Die Brackeler erhalten eine Verbindung nach Norden zum Naturschutzgebiet ,Alte Körne‘ und zum Ortsteil Scharnhorst-Ost mit seinen verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten im Einkaufszentrum Scharnhorst und an der Droote“, ergänzte Jakumeit damals. „Die Scharnhorster können das Landschaftsschutzgebiet Hohenbuschei und das Brackeler Feld erkunden und auch dem Training der Borussen auf dem Trainingscamp beiwohnen. Beschäftigte aus beiden Stadtbezirken können dann künftig mit dem Rad ihre Arbeitsstelle in Brackel und umgekehrt erreichen.“ In diesem Punkt seien sich alle Beteiligten – Politik, Verwaltung, Bahn und Naturliebhaber – einig.

Baumaßnahme soll 1,1 Millionen Euro kosten

Dass es trotz Prioritätenliste bisher nicht zur Umsetzung gekommen sei, liege am fehlenden Geld in 2011. Das sagte beim damaligen Ortstermin Jürgen Hannen vom Tiefbauamt. Etwa 1,1 Millionen Euro – so die Kalkulation 2011 – soll ein solches Bauvorhaben kosten, das bei laufendem Bahnbetrieb umgesetzt werden könnte.

Vielleicht müsse der Rat dieses Projekt noch einmal nach vorne bringen, so Hannen damals weiter. Eine Anregung, die der SPD-Ratsvertreter Rüdiger Schmidt, der seit langem ein engagierter Befürworter des Tunnels ist, 2017 - allerdings erfolglos - gerne aufnahm. Nun unternimmt die Bezirksvertretung Scharnhorst einen weiteren Versuch.

Auch der 2013 eingeweihten Brücke über den Körnebach käme bei einem Durchstich eine noch größere Bedeutung zu als bisher.

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