Warnstreik bei der Stadt Dortmund: Was wird aus meinem Bürgerdienste-Termin?

mlzVerdi-Aufruf zu Donnerstag

Verdi hat für Donnerstag zum Warnstreik bei der Dortmunder Stadtverwaltung und ihren Eigenbetrieben aufgerufen. Welche Zweige sind betroffen? Und was bedeutet das für die Bürger?

Dortmund

, 30.09.2020, 18:53 Uhr / Lesedauer: 1 min

In der Warnstreik-Serie im Öffentlichen Dienst, mit der die Gewerkschaft Verdi diese Woche Dortmund überzieht, sind am Donnerstag (1.10.) die Stadtverwaltung und die sogenannten städtischen Eigenbetriebe betroffen.

Dort arbeiten laut Verdi insgesamt rund 16.000 Menschen – fast 70 Prozent von ihnen seien Verdi-Mitglied. Folgen alle dem Verdi-Aufruf, dürfte in der Stadtverwaltung, aber auch in den Bibliotheken und dem Westfalenpark wenig bis gar nichts gehen.

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Doch was ist, wenn man nach wochenlangen Mühen endlich einen Online-Termin ergattert hat, der aber ausgerechnet am Tag des Warnstreiks ist? Für Verdi-Gewerkschaftssekretär Martin Steinmetz ist die Sache klar: „Das tut mir leid für den Bürger, aber dann muss er sich einen neuen Termin besorgen.“

Steinmetz geht davon aus, dass die Streikbereitschaft bei den Verdi-Mitgliedern in der Stadtverwaltung so groß ist („Die sind stinkensauer!“), dass die Verwaltung lahmgelegt sein wird und folglich auch keine Bürger-Termine, etwa in Einwohnermelde-oder Kfz-Angelegenheiten, stattfinden können.

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Bei der Stadt wollte man diese Prognose nicht kommentieren. Man habe keine Kenntnis darüber, wie groß die Einschränkungen durch den Warnstreik werden, da es eine persönliche Entscheidung jedes und jeder einzelnen Angestellten sei, ob er oder sie beim Streik mitmache.

Als sehr wahrscheinlich kann zumindest gelten, dass alle rund 100 städtischen Fabido-Kitas geschlossen bleiben – dort sind 98 Prozent aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei Verdi, zumal derzeit etliche von ihnen nicht arbeiten, weil sie zur Corona-Risikogruppe gehören.

Die vom Verdi-Warnstreik betroffenen Eigenbetriebe der Stadt Dortmund:

  • Fabido-Kitas
  • Sport- und Freizeitbetriebe (z.B. Westfalenpark, Zoo, Hallenbäder)
  • Kulturbetriebe (Bibliotheken, Museen, VHS, Musikschule)
  • Wirtschaftsförderung Dortmund
  • Stadtentwässerung
  • Friedhöfe

Die vom Verdi-Warnstreik betroffenen Ämter der Stadtverwaltung Dortmund:

  • Ordnungsamt
  • Bürgerdienste
  • Jugendamt
  • Sozialamt
  • Schulverwaltungsamt inkl. Schulsekretariate und Schulhausmeister*innen
  • Tiefbauamt
  • Grünflächenamt
  • Gesundheitsamt
  • Rechnungsprüfungsamt
  • Statistik und Wahlen
  • Stadtkämmerei
  • Stadtkasse und Steueramt
  • Liegenschaftsamt
  • Rechtsamt
  • Stadtplanungs- und Bauordnungsamt
  • Vermessungs- und Katasteramt
  • Amt für Wohnungswesen
  • Städtische Immobilienwirtschaft
  • Amt für Beschaffungswesen

Weitere vom Verdi-Warnstreik in Dortmund betroffene Institutionen:

  • Jobcenter Dortmund
  • Agentur für Arbeit
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
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