Ankunft aus London am Sonntagabend am Flughafen Dortmund: In kleinen Gruppen wurden die Passagiere des Ryan-Air-Fluges ins Terminal geführt, wo Corona-Tests genommen wurden. © Oliver Schaper
Corona-Pandemie

Warten auf Corona-Testergebnisse für London-Rückkehrer am Flughafen

Noch am Flughafen wurden am Sonntag die Passagiere des vorerst letzten London-Fluges, der in Dortmund landete, auf Corona getestet. Das Gesundheitsamt musste schnell reagieren.

Bis zum Nachmittag sah es nach einem ganz normalen Sonntag (20.12.) am Dortmunder Flughafen aus. Dann musste alles ganz schnell gehen. Am frühen Abend verkündete zunächst das Bundesverkehrsministerium ein Flugverbot für Flugzeuge aus Großbritannien in Deutschland – und folgte damit den Niederlanden.

Dort hatte man schon am Sonntagmorgen den Flugverkehr mit der britischen Insel eingestellt. Die große Sorge: Eine Mutation des Coronavirus, die besonders ansteckend sein soll und sich in Teilen Englands schon weit verbreitet hat, könnte sich über Reisende auch in anderen Ländern verbreiten.

Quarantäne und Tests angeordnet

Auch das NRW-Gesundheitsministerium des Landes reagierte am Sonntagabend und verkündete eine Verordnung für Einreisende aus Großbritannien und Südafrika. Die müssen sich demnach für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben und „absondern“ – gezählt ab dem Tag der Ausreise aus den betreffenden Ländern. Außerdem müssen sich die Eingereisten bei der Einreise und nochmals fünf Tage später auf das Coronavirus testen lassen.

Das städtische Gesundheitsamt war zum Zeitpunkt der Anordnung aus Düsseldorf schon alarmiert und schickte ein Team mit dem Corona-Test-Mobil zum Flughafen, an dem am Sonntagabend noch ein Flugzeug aus London erwartet wurde. Als der Ryan-Air-Flieger um 21.07 Uhr in Wickede gelandet war, wurden die 109 Passagiere noch an Bord über die nötige Quarantäne und das Angebot, sich direkt am Flughafen testen zu lassen, informiert.

Das städtische Gesundheitsamt war am Flughafen mit dem Corona-Test-Mobil präsent. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Alle Passagiere wurden mit FFP2-Masken ausgestattet und dann in kleinen Gruppen in den Ankunftsbereich des Flughafens geleitet, erklärt Stadtsprecherin Anke Widow. Die Tests wurden in der Gepäckabfertigungshalle des Flughafens genommen. „Das Angebot, sich vor Ort testen zu lassen, wurde von allen angenommen“, berichtet Anke Widow. Vier Passagiere konnten bereits ein frisches negatives Testergebnis vorweisen. Die Ergebnisse der 105 anderen Fluggäste standen am frühen Montagabend (18 Uhr) noch nicht fest.

Alles lief ruhig und gut organisiert ab, berichtet ein Augenzeuge. Die dreiköpfige Crew machte sich mit der Maschine wenig später auf den Rückflug nach London – wobei sich der Abflug mächtig verzögerte. Statt wie geplant um 21.20 Uhr hob der Flieger um 22.30 Uhr und damit noch rechtzeitig im genehmigten Zeitfenster für Starts ab, berichtet Flughafen-Marketing-Leiter Guido Miletic.

London-Flüge fallen aus

Am Flughafen fallen nun alle weiteren London-Flüge mindestens bis zum Jahresende aus. Normalerweise fliegt Ryan-Air einmal die Woche sonntags zwischen Dortmund und London Stansted. Rund um Weihnachten und den Jahreswechsel waren aber auch montags Flüge geplant, die nun ebenfalls ausfallen. „Annuliert“ stand an diesem Montag bei den London-Flügen auf der Infotafel des Flughafens.

Das wird auch für die am 27. und 28. Dezember geplanten Verbindungen gelten. Der nächste London-Flug steht dann für den 3. Januar auf dem Plan. Ob er wieder stattfinden kann, dürfte von der weiteren Entwicklung in Sachen Virus-Mutation abhängen.

Quarantäne gilt auch rückwirkend

Und was ist mit London-Reisenden, die seit dem Stichtag 11. Dezember in Dortmund angekommen sind? Der wurde gewählt, weil die Mutation an dem Tag erstmals aufgetreten war.

Am Dortmunder Flughafen kamen in dieser Zeit zwei Ryan-Air-Flieger aus Stansted an – am 13. und 18. Dezember. Auch für diese Passagiere gilt die Pflicht zur zehntägigen Quarantäne, erklärt Anke Widow. Im Nachhinein kontrollieren lässt sie sich allerdings nicht. „Wir gehen davon aus, dass sich alle Betroffenen rechtskonform verhalten“, sagt Widow.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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