Auf der Abreise von einer Kundgebung in der Nordstadt trafen Neonazis auf Nazi-Gegner. Die Polizei verhinderte, dass sich beide Lager zu nahe kamen. © Thomas Thiel
Fußmarsch durch die Innenstadt

Warum am Samstag auf einmal 60 Neonazis in Dortmunds City auftauchten

Rund 60 Neonazis haben am Samstag in der Nordstadt eine kurze Kundgebung abgehalten. Davon bekam kaum jemand etwas mit - das änderte sich, als alles eigentlich schon vorbei war.

In der City war es am Samstag gegen 17 Uhr nördlich der Reinoldikirche plötzlich vorbei mit der wochenendlichen Normalität. Da tauchten Mannschaftswagen der Polizei auf, begleitet von Motorradpolizisten und Hundertschaftlern in voller Montur.

Es war der Begleitkonvoi für rund 60 Neonazis auf dem Weg zur Stadtbahn-Station Reinoldikirche. Zuvor hatten die Rechtsextremen in der Nordstadt mit knapp 30 Minuten eine der kürzesten Kundgebungen ihrer jüngeren Geschichte gehalten.

Sie lief abseits einer größeren Öffentlichkeit ab – bis die Neonazis nach Hause wollten. Die Einsatzleitung der Polizei entschied, die Rechtsextremen geschlossen bis zur Stadtbahn-Station Reinoldikirche zu bringen, und über die Bornstraße und die Kleppingstraße, inklusive einer Überquerung des Walls – eine Art kleiner Neonazi-Marsch, wenn auch ohne Zwischenstopps, Fahnen und Reden.

Auf dem gesamten Weg begleiteten sie rund 50 Nazi-Gegner, die die Polizei der Antifa zurechnet. Es gab gegenseitige Beleidigungen, Provokationen und kurz vor der Reinoldikirche eine kurzes Handgemenge.

Als die Nazis schlussendlich in der Stadtbahn saßen, blieben zahlreiche verdutzte Passanten zurück, die sich fragten, was das denn bitteschön gerade gewesen sei.

Laut Polizei-Einsatzleitung war der lange Abreiseweg aus Sicherheitsgründen nötig: Man habe ein unbegleitetes Umsteigen der Neonazis verhindern wollen.

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Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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Thomas Thiel

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