Busse in Corona-Zeiten: Der Einstieg ist jetzt wieder vorne möglich

mlzNahverkehr

Um die Fahrer zu schützen, blieb die Fahrertür bei den Bussen von DSW21 einige Monate verschlossen. Nun können Fahrgäste wieder vorne einsteigen. Das ist nicht die einzige Neuerung.

Dortmund

, 02.11.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den vergangenen Tagen zeigte sich an Bushaltestellen in Dortmund häufiger dieses Bild: Fahrgäste stehen vor der mittleren oder hinteren Tür beim Bus und wollen einsteigen. Doch die Türen öffnen nicht.

Nach kurzer Verwirrung strömen alle zur Fahrertür, die geöffnet ist. Eine halbes Jahr lang war dies nicht möglich. Seit einigen Tagen kann man in die Busse der DSW21 wieder vorne einsteigen.

Bisher sorgte ein Absperrband dafür, dass der Zutritt nicht möglich ist und es somit zu keinem Kontakt mit dem Fahrer kommt. Die Maßnahme galt dem Schutz der Mitarbeiter.

Kauf von Tickets im Bus wieder möglich

Nun soll ein anderes Mittel eine Ansteckung mit dem Coronavirus verhindern: eine sechs Millimeter dicke Schutzscheibe aus beidseitig entspiegeltem Glas. „Die Ausstattung aller rund 170 Busse mit Glasscheiben am Fahrerarbeitsplatz läuft auf Hochtouren. Aktuell ist bereits rund die Hälfte alle Dortmunder Busse ausgestattet. In diesen Bussen ist der Vordereinstieg wieder möglich“, teilt Britta Heydenbluth von DSW21 mit.

Eine sechs Millimeter dicken Schutzscheibe aus beidseitig entspiegeltem Glas ermöglicht nun auch wieder einen Einstieg an der Fahrertür.

Eine sechs Millimeter dicken Schutzscheibe aus beidseitig entspiegeltem Glas ermöglicht nun auch wieder einen Einstieg an der Fahrertür. © DSW21/Claudia Posern

Sie rechnet damit, dass Ende November alle Busse ausgestattet sein werden. Dann starte der Ticketverkauf ganz offiziell. Bereits jetzt sollen Fahrgäste in Bussen mit Schutzscheibe vorne einsteigen und ihr Ticket vorzeigen. Auch ein Kauf von Fahrkarten ist dann wieder möglich.

Absperrband nur als Provisorium

Fahrgäste erkennen die Busse mit Sicherheitsglas am Aufkleber „In diesem Bus: Ticketverkauf beim Fahrpersonal“. „Wir empfehlen aber allen Fahrgästen, die ein Ticket kaufen müssen, dies aktuell vor Fahrtantritt in einem KundenCenter, einer Vorverkaufsstelle, am Ticketautomaten, in der DSW21- oder DOtick-App zu tun, um auf der sicheren Seite zu sein“, sagt Heydenbluth.

Anhand dieses Aufklebers erkennen Fahrgäste, dass ein Kauf eines Tickets in diesem Bus möglich ist.

Anhand dieses Aufklebers erkennen Fahrgäste, dass ein Kauf eines Tickets in diesem Bus möglich ist. © DSW21

Dass ein Einstieg beim Busfahrer nun wieder möglich ist, nachdem Reisende mehrere Monate darauf verzichten mussten, hängt mit umfangreichen Tests zusammen, die die Stadtwerke durchführten. Dabei stand fest, dass das Absperrband nur als Provisorium diente.

Die DSW-Sprecherin meint hierzu: „Klar ist aber auch, dass es eine dauerhafte Lösung braucht. Wir haben uns für eine Scheibe aus Sicherheits-Glas entschieden, die je nach Bustyp und Alter des Fahrzeuges leicht variieren kann“

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Bessere Durchlüftung durch Öffnen der Fahrertür

Mit der Abschaffung des Flatterbandes stehen die vier Sitzplätze hinter dem Fahrerarbeitsplatz wieder zur Verfügung, womit etwas mehr Platz und eine bessere Verteilung der Fahrgäste möglich ist. Außerdem wird durch das Öffnen aller Türen bei jedem Halt eine bessere Durchlüftung sichergestellt. All das zusammen diene dem Schutz aller, auch vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen, sagt Heydenbluth.

Ein möglicher weiter Grund für die Wiedereinführung des Einsteigens bei der Fahrertür: Dadurch, dass der Fahrer die Tickets der Reisenden nicht mehr kontrolliert hat, gingen DSW21 in den vergangenen Monaten einige Einnahmen flöten, da vermutlich einige Fahrgäste den hinteren Einstieg als Freifahrtschein nutzten.

Millionenverlust für Dortmunder Stadtwerke

Fest steht: Die im Frühjahr sprunghaft gesunkenen Fahrgastzahlen und die Einstellung des Ticketverkaufes im Bus haben sich deutlich auf die Erträge niedergeschlagen. Bei den Bartickets, wie zum Beispiel den Einzeltickets oder der Vier-Fahrten-Tickets, hat das Unternehmen seit Mitte März bisher rund zwölf Millionen Euro weniger eingenommen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, teilte DSW21 auf Anfrage mit.

Für die kommenden Wochen und Monate kündigt die Sprecherin daher an, dass „Fahrausweiskontrollen wie auch Schwerpunktkontrollen zur Einhaltung der Maskenpflicht gezielt stattfinden werden.“

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