Am Flughafen in Dortmund war am Donnerstag (17.12.) trotz aktuellem Lockdown viel Betrieb. Ein striktes Reiseverbot gilt derzeit nicht. © Privat
Kein Mindestabstand beachtet

Warum der Flughafen Dortmund trotz Lockdown teilweise überfüllt war

Diese Bilder sorgten für Schlagzeilen: Dicht an dicht standen am Donnerstag hunderte Menschen im Flughafen Dortmund. Wie konnte es zu diesem Menschenauflauf mitten im Lockdown kommen?

Gelbe Streifen markieren auf dem Boden der Halle des Dortmunder Flughafens den notwendigen Corona-Mindestabstand – eigentlich. Doch an die vorgeschriebenen 1,5 Meter scheint sich dort am Donnerstagvormittag (17.12.) kaum jemand gehalten zu haben.

In Bildern festgehalten hat dies eine Person, die am Flughafen anwesend war. Der Redaktion liegen diese Aufnahmen vor. Die Reisenden, die auf den Bildern zu sehen sind, tragen zwar Masken – stehen aber weit enger hintereinander als in Corona-Zeiten nötig. Auch Videoaufnahmen bilden die Situation so ab.

Weniger Passagiere als im vergangenen Jahr

Rund 2400 Personen sind laut Auskunft des Flughafens im Laufe des gesamten Donnerstages vom Dortmunder Flughafen abgeflogen. Im Vergleich zum Vorjahr sind das zwar rund 1000 Personen weniger (am 17. Dezember 2019 betrug die Anzahl der abreisenden Passagiere 3444) – trotzdem eine scheinbar beachtliche Anzahl, nachdem gerade am Vortag der Lockdown begann.

Besonders im Vormittagsbereich sei es zu engen Menschenansammlungen gekommen, heißt es. Ein Blick auf den Flugplan des Flughafens zeigt: Allein innerhalb einer Stunde, zwischen 8.15 Uhr und 9.15 Uhr, sind am Dortmunder Flughafen zehn Flugzeuge gestartet oder gelandet. Vier davon waren Abflüge. In der Abflughalle staute es sich dementsprechend.

Ähnliche Betriebszeiten verschiedener Anbieter

„Das liegt daran, dass viele Destinationen ähnliche Betriebszeiten haben“, erklärt Davina Ungruhe, Sprecherin des Dortmunder Flughafens. Diese Stoßzeiten seien dementsprechend ganz normal. Wahrscheinlich würde ein Entzerren der Flugzeiten helfen, räumt sie ein, fügt aber hinzu: „Das ist allerdings Sache der Airlines und uns also nicht möglich.“

Der Flughafen sorge bereits mit verschiedenen Mitteln für den Schutz von Passagieren und Mitarbeitern. Um zum Beispiel Abstandhalten möglich zu machen, seien Sitzmöglichkeiten entfernt worden, damit mehr Platz entsteht.

Bringer und Abholer von Reisenden seien gebeten, das Terminal nicht zu betreten. Beklebungen auf dem Boden und Durchsagen in verschiedenen Sprachen weisen zudem auf den Mindestabstand hin.

Problematische bauliche Gegebenheiten

Doch eben dieser Mindestabstand wurde offensichtlich am Donnerstag reihenweise missachtet. Der Flughafen räumt ein, dass stellenweise schlicht zu wenig Platz sei, um Abstand zu halten. „Aufgrund der baulichen Gegebenheiten am Dortmund Airport ist es bei einer Schlangenbildung teilweise leider nicht zu verhindern, dass so viele Fluggäste zusammenkommen“, heißt es in einem Statement.

Dabei bezieht sich der Flughafen jedoch auf eine Klausel in der Corona-Schutzverordnung des Landes NRW. Dort gelte eine Ausnahme, sofern die Einhaltung des Mindestabstands „aus baulichen Gründen nicht möglich ist“ – und dies sei am Flughafen Dortmund der Fall, heißt es.

„Wir setzen Personal ein, welches die Passagiere auf die Maskenpflicht aufmerksam macht und die Einhaltung überprüft.“ Außerdem öffnen die Check-In-Schalter frühzeitig, damit sich an dieser Stelle das Passagieraufkommen entzerren kann.

Weniger Kontrollstellen geöffnet

Doch auch in diesem Bereich sieht der Flughafen eine Begründung für die Situation am Donnerstag: „Grund für die Ballung der Gäste war ein Personalausfall bei dem Dienstleister Condor, der die Luftsicherheitskontrollen am Dortmund Airport im Auftrag des Bezirksregierung Münster durchführt“, heißt es.

Statt fünf Kontrollstellen seien am Donnerstag dementsprechend nur vier geöffnet gewesen. „Dadurch kam es zu einer Schlangenbildung.“

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1998 im Rheinland geboren und seit ein paar Jahren zum Studieren im Ruhrgebiet Zuhause. Verschiedene Menschen und ihre Geschichten - das möchte ich erleben und darüber berichten.
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Tabea Prünte

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