Warum der Husener Kirchenbau so langsam (oder doch so schnell?) voranschreitet

mlzMazedonisch-Orthodoxe Gemeinde

An der Husener Eichewaldstraße/Ecke Flemerskamp entsteht eine kleine neue Kirche. Darüber, ob die Arbeiten schnell oder langsam voranschreiten, scheiden sich allerdings die Geister.

Husen

, 28.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was im Januar dieses Jahres begonnen hat, nimmt sichtbare Formen an: der Kirchenbau der Mazedonisch-Orthodoxen Gemeinde St. Cyrill und Method an der Husener Eichwaldstraße/Ecke Flemerskamp. Momentan herrsche wegen der Sommerferien etwas Flaute beim Baufortgang, sagt Gemeindemitglied Stevce Tasov, aber im September soll es mit voller Kraft weitergehen. Nächstes Ziel sei es, die Kuppel mit dem Kreuz anzubringen und den Bau insgesamt dicht zu bekommen. Dann werde auch der derzeitige Eindruck des Rohbauzustands verschwinden und der Bau werde sich viel besser in die Gegend einpassen, als das jetzt der Fall sei.

Was dann folgt, sind die Außenputzarbeiten sowie der Einbau der Fenster und Türen - und noch später das Herrichten der Außenanlagen. Eigentlich habe man ja Ende des Jahres fertig sein wollen, so Tasov weiter, aber das werde nun nicht ganz funktionieren.

„Ein Faktor sind die Finanzen“

Ein Faktor seien auch die Finanzen. Die Gemeinde könne immer nur weiterbauen, wenn sie das Geld dafür habe. Auch sei es besonders im Sommer nicht ganz einfach, Handwerker zu bekommen. Für die Gemeinde - und auch für die Gemeinden im Umfeld - sei so etwas im Übrigen ein Pilotprojekt, es gebe überhaupt keine Vergleichs- oder Erfahrungswerte. So habe es immer mal wieder Details gegeben, über die es eine längere Diskussion innerhalb der Gemeinde gegeben habe. Dazu gehöre beispielsweise die Ausgestaltung der Fenster. Sollen sie bunt sein wie bei herkömmlichen Kirchen oder eher schlicht? Man habe sich eher für schlichte Fenster entschieden.

Viel Lob erhalten die Bauherren nach eigenen Angaben von anderen mazedonisch-orthodoxen Gemeinden - besonders für die Schnelligkeit, in der der Bau voranschreite. In Mazedonien dauere so etwas auch gerne mal drei bis fünf Jahre. Währenddessen wundern sich einige Husener, dass es so lange dauere - zwei Welten begegnen sich.

Warum der Husener Kirchenbau so langsam (oder doch so schnell?) voranschreitet

So sieht der Kirchenbau mittlerweile von innen aus. © Andreas Schröter

Insgesamt werde der Kirchenbau für die Gemeinde ein großer Schritt nach vorne, sagt auch Pfarrer Dushko Pecov. Von der Bevölkerung Husens habe er bislang noch nichts Negatives dazu gehört. Grund dafür sei sicherlich auch ein Infoabend im März 2018 gewesen.

Bislang hat die Gemeinde, die von Gläubigen aus ganz Nordrhein-Westfalen und sogar aus den Niederlanden aufgesucht wird, lediglich einen einzigen, etwa 70 Quadratmeter großen Raum, der als Kirche dient. Problem: Wenn nach Taufen oder Hochzeiten die Gäste noch zusammensitzen wollen, gibt es keine Möglichkeit dazu. Wenn der Kirchenbau abgeschlossen ist, wird der jetzt existierende Raum zum Gemeindehaus umfunktioniert. Und den dürfen und sollen dann auch andere Gruppen in Husen nutzen, die gar nichts mit der Gemeinde zu tun haben.

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