Darum wird aus der Brücke zwischen Rombergpark und Phoenix-West erst einmal nichts

mlzBrücke über B54

Schon seit Längerem soll eine Brücke über die B54 den Rombergpark mit Phoenix-West verbinden. Jetzt ist klar: Der Bau wird sich weiter verzögern – und wird vielleicht nie Realität.

Dortmund

, 01.02.2019, 14:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sollte das Bauwerk längst stehen, das als Teil einer „Brückenfamilie“ für das Phoenix-West-Gelände den Brückenschlag zwischen Westfalenpark, Phoenix-Park und Botanischem Garten Rombergpark komplettieren sollte. Schon 2009 meldete die LEG als Entwicklungsgesellschaft für Phoenix.West (heute NRW.Urban), dass die 90 Prozent-Förderung durch das Land gesichert sei.

Doch der Baustart für die Doppelbrücke für Fußgänger und Radfahrer, die über eine Länge von 255 Metern vom Landschaftskeil des Phoenix-Parks mit Anbindung der Stadtbahn-Station Rombergpark über die Nortkirchenstraße und die B 54 führen soll, wurde immer wieder verschoben. Erst gab es keinen Platz für die Zwischenlagerung von Baumaterial, dann liefen die Kosten aus dem Ruder.

Kritik von Steuerzahler-Bund und Umweltschützern

Denn vor einem Jahr räumte die Verwaltung nach Anfrage unserer Zeitung ein, dass die 2017 gestartete Ausschreibung der Bauarbeiten aufgehoben worden sei. Es habe kein angemessenes wirtschaftliches Angebot vorgelegen. Soll heißen: Die Angebote lagen weit über der Kalkulation der Planer von zuletzt 6,6 Millionen Euro.

Und auch diese Summe übertraf schon die früheren Planungen von anfangs 3 bis 5 Millionen Euro. Die schon 2016 absehbare Kostenerhöhung führte mit dazu, dass der Bund der Steuerzahler das Brückenprojekt als Steuerverschwendung kritisierte. Denn schließlich gebe es wenige hundert Meter nördlich bereits eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die B54, die von Phoenix-West in Richtung Rombergpark führe.

Umweltschutzverbände und Fahrrad-Lobbyisten schlossen sich der Kritik an. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) vermisste durchgehende Radwegverbindungen im Bereich Rombergpark, die Naturschützer sehen die Brücke wegen der Eingriffe in den Böschungsbereich für die Rampe kritisch.

Neuausschreibung auf 2019 verschoben

Trotzdem hatte die Stadt in Absprache mit NRW.Urban angekündigt, nach dem gescheiterten ersten Versuch noch 2018 eine neue Ausschreibung starten zu wollen. Doch dazu ist es nicht gekommen, wie die Verwaltung jetzt in einer Vorlage zum Projekt Romberghöfe im Norden des Rombergparks mitteilt. Die Neuausschreibung sei auf 2019 verschoben – und damit auch ein möglicher Baustart um mindestens ein weiteres Jahr.

Angesichts der inzwischen geradezu explodierenden Baukosten erscheint es allerdings zweifelhaft, dass eine neue Ausschreibung günstigere Ergebnisse bringt. Für den Fall, dass die Kosten noch weiter aus dem Ruder laufen, hatte Planungsdezernent Ludger Wilde bereits im vergangenen Jahr angedeutet, dass das Brückenprojekt komplett scheitern könnte.

Aktuell werde innerhalb der Verwaltung noch über das weitere Vorgehen beraten, erklärte Wilde am Freitag auf Anfrage. Bis zur Sommerpause will man der Politik eine Vorlage liefern, aus der hervorgeht, „wie es mit der Brücke weitergeht“.

Projekt Romberghöfe kommt voran

Immerhin: Die unklare Zukunft der Brücke soll das Projekt Romberghöfe nicht weiter behindern, wie Wilde und auch die Investoren betonen. Am 21. Februar soll der Rat seinen endgültigen Segen für die Änderung des Bebauungsplans für das ehemalige Gut Brünninghausen am Nordrand des Rombergparks und einen städtebaulichen Vertrag mit der Investorengemeinschaft geben.

Sie will bekanntlich unter dem Namen Romberghöfe ein Ensemble aus Hotel, Gastronomie und Büros schaffen. Nach dem Ratsbeschluss könnte der Verkauf der städtischen Flächen an die Investoren perfekt gemacht und die Planung verfeinert werden. Spätestens 2020 sollen dann die Bagger anrollen, um die langgehegten Pläne zu verwirklichen – mit oder ohne Brücke.

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