Endlich. Die Dortmunder Restaurants dürfen wieder öffnen. Von der Möglichkeit machen aber längst nicht alle gebrauch. © picture alliance/dpa
Gastronomie

Warum viele Dortmunder Restaurants noch nicht wie gewohnt öffnen

Mit der Öffnung der Gastronomie ist das Leben in die Dortmunder Innenstadt zurückgekehrt. Doch viele Restaurants lassen sich noch Zeit und bleiben geschlossen. Denn sie stehen vor zwei Problemen.

Endlich wieder essen gehen. Endlich wieder ein kaltes Getränk in einem Lokal genießen. Den Dortmundern hat es gefehlt. Und den Restaurants – denen haben die Gäste gefehlt. Am Wochenende waren die meisten Restaurants bei schönem Wetter gut besucht.

Seit Ende Mai geht es für die Gastronomie Schritt für Schritt zurück zur Normalität. Doch längst nicht alle Dortmunder Restaurants haben schon wieder wie gewohnt geöffnet. Während einige auf einen eingeschränkten Betrieb setzen, haben sich andere Gastronomen Zeit gelassen, bevor sie ihre Gäste wieder mit gutem Essen und Kaltgetränken versorgen.

Luups in der Dortmunder Innenstadt öffnet erst jetzt wieder

„Sobald man die Tür aufschließt, fallen Kosten ins Haus, die durch die Einnahmen gedeckt werden müssen“, erklärt Karsten Brinsa. Der Inhaber des Luups in der Dortmunder Innenstadt hat sein Lokal erst am Freitag (18.6.) wieder geöffnet. Eine Öffnung habe für ihn aus betriebswirtschaftlicher Sicht vorher keinen Sinn ergeben – die Corona-Auflagen seien zu aufwändig gewesen.

Jetzt – ohne Testpflicht und mit dem Sommer vor der Tür – freut er sich wieder auf seine Gäste. „Es fühlt sich toll an, ich will mich aber mit Euphorie zurückhalten“, sagt Brinsa, „man weiß noch nicht, wie der Herbst verläuft.“

Dortmunder Gastronomen haben unterschiedliche Öffnungsstrategien

Andere Dortmunder Gastronomen wählen einen anderen Weg und öffnen erst einmal nur am Wochenende, wie etwa das Restaurant Hexenkessel an der Kaiserstraße.

„Aufgrund der pandemie-bedingten dünnen Personaldecke war es nicht möglich, den vollen Regelbetrieb schon im Juni wieder hochzufahren. Ab Juli kehren wir wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten zurück, mit leichten Bauchschmerzen, da noch immer viel zu wenige Mitarbeiter vorhanden sind“, sagt Betreiber Thomas Kraus dazu auf Anfrage.

Und im Café Lotte, ebenfalls an der Kaiserstraße, setzt man weiter auf den Take-Away-Betrieb. Die Betreiber dort wollen erst einmal abwarten, wie sich die Inzidenzzahlen in Dortmund entwickeln.

Das Thema Wirtschaftlichkeit spielt für die Gastronomen bei der Frage „Öffnen, ja oder nein?“ eine große Rollen, weiß Thorsten Hellwig vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband. „Als nur die Außengastronomie öffnen durfte, hat nur ein Drittel der Gastronomen in Nordrhein-Westfalen geöffnet“, sagt Hellwig.

Das ändere sich jetzt mit der Öffnung der Innengastronomie. Viele Unternehmen stünden vor der Frage, wie sie im Rahmen der Corona-Auflagen wirtschaftlich bleiben.

Personalmangel für viele eine große Herausforderung

Die Öffnung nach dem Lockdown bringt auch neue Probleme mit sich: Personalmangel heißt eines davon. „Das stellt sich momentan als große Herausforderung dar“, sagt Hellwig. Schließlich sei durch die neuen Auflagen teils noch mehr Personal nötig als sonst.

Viele, die vorher in der Gastronomie gearbeitet hätten, hätten sich umorientiert. Jetzt konkurrierten die Gastronomen um Mitarbeiter. „Es ist auf jeden Fall schwieriger als vor Corona“, sagt Brinsa, „das wird jetzt aber sicher von Woche zu Woche besser.“

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