Was unternimmt die Polizei gegen Raser am Hohen Wall und Hiltropwall?

mlzFragen an die Polizei

Wer mitten in der City wohnt, kann nicht die pure Idylle erwarten. Eine leidgeprüfte Anwohnerin des Walls aber kommt nun an ihre Grenzen. Was unternimmt die Polizei gegen Raser und Lärm?

Mitte

, 06.09.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am liebsten würde sie wegziehen, sagt die Frau, die seit mehr als zehn Jahren am Hiltropwall gegenüber dem Thier-Gelände lebt. „Der Wall ist keine gute Adresse mehr“, meint sie, möchte aber nicht, dass ihr Name in diesem Bericht erscheint. Lärm, Raser und Chaos seien unerträglich. Hinzu komme der massive Verkehr in Richtung Thier-Galerie mit Staus und Hupkonzerten.

„Ab 22 Uhr schalten die Ampeln auf längere Phasen um, dann wird noch mehr gerast. Die Fahrer geben sich Zeichen, und dann geht es ab; manchmal bis vier Uhr morgens.“

Hier müsste massiv etwas geschehen. Mehr Blitzer und mehr Kontrollen, schlägt die entnervte Anwohnerin vor. Die vorhandenen Blitzeranlagen erfassten nur eine Fahrtrichtung. Was sagt die Polizei dazu?

Fragen und Antworten zum Raser-Problem auf dem Wall

? Ist das Problem bekannt?

Das Raser-Problem ist bekannt und erstreckt sich nicht allein auf den Hiltropwall, sondern erstreckt sich auf alle Abschnitte des Walls sowie auf Hauptstraßen, die in die Innenstadt oder aus der City heraus führen. Betroffen sind auch Autobahnen und Bundesstraßen wie die B 236.

Wir wissen, dass bei Rotlicht an der Ampel stehende Autofahrer die Wartezeit nutzen, um über Zeichen oder andere Absprachen ein Rennen zu vereinbaren. Deshalb sind vor dem Wohnhaus der Bürgerin starke und laute Beschleunigungen möglich.

? Besteht dort ein Unfallschwerpunkt?

Auf dem Wall gab es im Jahr 2018 sechs Unfallhäufungsstellen. Dabei handelte es sich hauptsächlich um die großen Kreuzungen. 2019 hat sich auf dem Wall ein Verkehrsunfall mit Sachschaden nach einem Rennen ereignet (Stand 4.9.2019).

? Ist es richtig, dass nur in eine Richtung geblitzt wird und wenn ja: Warum ist das so?

Die Einstellungen einer stationären Blitzeranlage nimmt die Stadt Dortmund vor. Am Südwall kommt jetzt ein neuer Blitzer hinzu. Die Anlagen allein können aber nicht dazu führen, dass die Raserszene gebremst wird. Vielmehr ist eine Vielzahl von Beobachtungen und Reaktionen notwendig, um Raser zu identifizieren und Rennen nachzuweisen.

Die Polizei hat zwischen 2015 und Sommer 2019 mit sehr vielen Einsätzen reagiert und zahlreiche Sanktionen erwirken können. In diesem Zusammenhang wurde in einem Fall eine zweijährige Haftstrafe ausgesprochen und der Führerschein lebenslang entzogen.

Was unternimmt die Polizei gegen Raser am Hohen Wall und Hiltropwall?

Die Polizei führt immer wieder Schwerpunktkontrollen durch. © Oliver Schaper (A)

? Gibt es weitere Überlegungen, die Situation zu entschärfen?

Die Polizei geht nicht nur mit Schwerpunkteinsätzen an Wochenenden gegen Raser und illegales Tuning vor, sondern auch an Wochentagen mit sichtbaren Kontrollen und verdeckten Methoden.

Es sei das Ziel der Polizei, die Raserszene zu zerschlagen.

Die Polizei appelliert an die Raser, sich nicht nur mit den Folgen ihres Verhaltens für ein Menschenleben auseinanderzusetzen, sondern auch darüber nachzudenken, welche Lärmbelästigung sie den Anwohnern der Dortmunder Innenstadt zumuten.

Seit der Einführung des § 315d („Verbotene Kraftfahrzeugrennen“) im Oktober 2017 füllen Polizei, Stadt und Justiz diese neue Norm mit Leben. Es gibt Strafbefehle und Urteile. Zahlreiche Raser mussten die Erfahrung machen, dass die Polizei ihre Pkw und Führerscheine als Tatmittel beschlagnahmen.

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