Was die Sprache über Donald Trump verrät – dazu forscht eine Expertin der TU

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Prof. Patricia Ronan ist Expertin für englische Sprache an der TU Dortmund. Jetzt hat sie Reden und Interviews von US-Präsident Donald Trup untersucht – mit interessanten Ergebnissen.

Dortmund

, 04.02.2019, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie schaut den Leuten aufs Maul. Vor allem, wenn sie Englisch sprechen. Wann und wie Englisch im Ruhrgebiet genutzt wird, ist deshalb eine von vielen Fragen, mit denen sich Prof. Dr. Patricia Ronan beschäftigen will. Dazu bringt sie reichlich Vergleichsmöglichkeiten mit. Die Deutsch-Irin mit Wurzeln in Hamburg und Dublin hat als Sprachwissenschaftlerin schon in Schweden, Spanien, Irland, in der Schweiz und verschiedenen Städten in Deutschland gelebt und gearbeitet.

Seit 2017 forscht und lehrt sie nun als Expertin für die Sprachen Großbritanniens und Irlands, den Sprachwandel und Mehrsprachigkeit am Institut für Anglistik und Amerikanistik der TU Dortmund. Am Donnerstag hielt sie dort ihre offizielle Antrittsvorlesung. Und das zu einem hochpolitischen Thema, das auch Politikbeobachter und Medien (nicht nur) in den USA umtreibt: Die Sprache von US-Präsident Donald Trump.

Reden und Interviews analysiert

Der sorgt bekanntlich nicht nur mit Tiraden gegen politische Gegner in sozialen Medien, sondern hat auch mit Reden und Interviews immer wieder für Aufsehen. Genau die hat Patricia Ronan unter die Lupe genommen – und ist zu interessanten Ergebnissen gekommen.

Was die Sprache über Donald Trump verrät – dazu forscht eine Expertin der TU

OB Ullrich Sierau (v.l.), Prof. Walter Grünzweig vom Insitut für Anglistik und Amerikanistik und Prof. Gerold Sedlmayer als Dekan der Fakultät Kulturwissenschaften der TU begrüßten Prof. Patricia Ronan. © Oliver Volmerich

Ihre These: Der 72-jährige Trump bedient sich nicht nur einer undiplomatischen und populistischen Sprache, um seine Anhänger anzusprechen, sondern zeigt auch deutliche Zeichen von Alterung.

Ronan hat für ihre Analyse nicht nur Erkenntnisse anderer Wissenschaftler und Beobachter aus den USA herangezogen, sondern Interviews und spontane Äußerungen Trumps aus verschiedenen Jahrzehnten akribisch analysiert. Wie sind die Sätze aufgebaut? Welche Wörter werden besonders häufig benutzt? Welche Auffälligkeiten gibt es? Das Wort „Ich“ etwa kommt bei Trump deutlich häufiger vor als bei seinen Vorgängern, lautet ein Ergebnis.

Die Sprache des Alters

Aber gerade der Zeitvergleich führt Patricia Ronan auch zu der Erkenntnis, dass sich die Sprache von Donald Trump verändert hat. Trump benutze einfache Wörter und kurze Sätze, transportiere einfache Botschaften und spreche damit genau seine Wählerschaft an.

Immer häufiger spreche Trump aber auch sehr sprunghaft und verworren, habe Probleme, etwas genau zu benennen. Er spricht oft nur von „thing“, also einem Ding, stellt Ronan fest. „Dieser Sprachgebrauch ist für alternde Menschen typisch“, sagt Ronan.

Eine Erkenntnis, die für die weitere Amtszeit des US-Präsidenten noch einiges erwarten lässt. Nicht nur am Institut für Anglistik und Amerikanistik der TU wird man sie mit Interesse verfolgen.

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