Was der Bezirksbürgermeister aus Brackel mit Theodor Fontane zu tun hat

mlzFontane-Abend

Der Schriftsteller Theodor Fontane war bekanntlich ein bekennender Fan der Mark Brandenburg. Was das mit einer Schifffahrt zu tun hat, erklärt Brackels Bezirksbürgermeister am 9. Oktober.

Brackel

, 16.09.2019, 07:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Karl-Heinz Czierpka ist nicht nur Brackeler Bezirksbürgermeister, sondern als „Käpt‘n Kalle“ auch auf den deutschen Wasserstraßen zu Hause. Am 9. Oktober ab 19.30 Uhr teilt er seine Eindrücke in einer „Bilderreise durch Fontanes Havelland“ im Studio B der Stadt- und Landesbibliothek, Max-Von-Der-Grün-Platz 1-3 , mit den Besuchern. Der Eintritt ist frei. Wir haben mit Karl-Heinz Czierpka gesprochen.

Hallo Herr Czierpka, was erwartet die Besucher?

Ich bin schon viele Male mit dem Boot über die Havel gefahren und habe tausende von Fotos mitgebracht. Über das Havelland habe ich schon mehrfach erzählt, nun kombiniere ich die Erlebnisse auf dem Fluss mit Fontanes Texten. Es wird also keine klassische Lesung werden, sondern vielmehr ein Abend mit Gedichten und vielen Worten Fontanes. Dazu gibt es die passenden Bilder mitten aus der Mark Brandenburg.

Was hat die Havel, was andere Flüsse nicht haben, was macht sie so besonders?

Für mich gehört die Havel zu den schönsten Flüssen in Deutschland. Sie mäandriert in unendlich vielen Schleifen durch eine tolle Natur. Schutzgebiete und Auenlandschaften säumen ihre Ufer. Typisch ist auch die Bildung von Seen, so kommt sie auf weiten Strecken als Seenlandschaft daher.

Sie sind bekannt dafür, dass Sie mit Ihren Zuhörern gerne mal kurze Ausflüge in die Geschichte unternehmen, werden Sie auch auf der Havel tiefer in unsere Vergangenheit eintauchen?

Ich antworte mal mit Fontane: „Was stille Havel sahst all‘ du geschehen?“ Dieser Fluss führt doch mitten durch eine geschichtsträchtige Umgebung und Fontane als glühender Preuße hat dies oft als Vorlage benutzt. Es geht mitten durch Potsdam, da kommt man am Alten Fritz doch gar nicht vorbei, der Besuch von Sanssouci gehört natürlich dazu.

Sind Sie eigentlich ein besonderer Kenner Fontanes?

Nein, das schiebe ich auch immer vorweg. Ich bin wie die meisten meiner Zuhörer einfach ein ganz normaler Literatur-Endverbraucher. Als ich das erste Mal im Havelland unterwegs war, habe ich natürlich die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ gelesen. Nicht gerade ein fesselndes Werk für einen bekennenden Krimi-Fan, aber der besondere Reiz eines solchen Reiseberichtes entsteht natürlich, wenn man einen Ort besucht und die Beschreibung schon fast 200 Jahre alt ist. Besonderen Spaß machen mir immer wieder Fontanes Gedichte. Die haben oft eine eigene Rhythmik, manchmal wie Musik, bei der der Fuß mitwippt. Fontanes feine Ironie und sein Witz machen sie so einzigartig. In meinem unangefochtenen Lieblingsgedicht fliegt eine Schwalbe über den Eriesee …

Viele Menschen kennen Fontane nur aus ihrer Schulzeit. Ich habe mal bei einem Vortrag das Foto eines Birnbaums in Ribbeck gezeigt und wollte mit den Worten „Hier hat er gelebt, der Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ zum nächsten Bild übergehen, als eine Dame im Publikum einfach weiter sprach: „Ein Birnbaum in seinem Garten stand“ und ehe ich mich versah, waren mehrere Menschen verstreut im Zuhörerraum dabei, die Ballade vorzutragen. Textsicher bis zum letzten Wort. Alle haben begeistert applaudiert. Der Ribbeck gehört zu den beliebtesten Gedichten in Deutschland.

Nun kann man ja auf dem Schwielowsee nicht in Seenot geraten, sammeln Sie trotzdem wieder für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), wie bei früheren Terminen?

(Lacht) Da hat Fontane andere Erinnerungen an dieses große Gewässer und er beschreibt das sehr dramatisch! Aber natürlich sieht man auf der Havel keine Seenotrettungskreuzer. Trotzdem ist das Sammelschiffchen mit an Bord und ich habe einen besonders schönen Filmclip vorbereitet, um an die Bedeutung der Gesellschaft für uns alle zu erinnern. Seit 2013 habe ich schon mehr als 7800 Euro für die Seenotretter gesammelt.

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