Was ist ein „essbarer Wald“? In Huckarde wird schon bald einer entstehen

mlzSt.-Urbanus-Gemeinde

Das Gelände des Gemeindehauses von St. Urbanus wird renaturiert. Es soll ein „essbarer Wald“ entstehen, frei zugänglich für Besucher. So soll er aussehen.

von Alexandra Wachelau

Huckarde

, 15.10.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Voraussichtlich im November startet auf der Gemeindefläche der St. Urbanus-Gemeinde ein Workshop, bei dem sich alles um die Errichtung eines „essbaren Waldes“ drehen wird. Pfarrer Michael Ortwald verspricht sich von dem Projekt einiges: „Die Früchte dieses Waldes tragen wir dann nicht nur in Form von Obst, es wird auch ein Ertrag für die verschiedensten Menschen dieser Gemeinde sein“, sagt er.

In Form von Obstbäumen, Beerensträuchern und – den bereits im Juni aufgebauten – Hochbeeten auf dem Gelände soll der „essbare Wald“ für die verschiedenen Institutionen und Menschen in der Gemeinde nutzbar sein. Beispielsweise könnten Schulen und Kindergärten zur Ernährungserziehung der Kinder kleine Teile der Fläche übernehmen und bewirtschaften. Aber auch andere Institutionen und Privatpersonen können sich einbringen und das Obst und Gemüse, das auf der Fläche angebaut wird, ernten.

Was ist ein „essbarer Wald“? In Huckarde wird schon bald einer entstehen

Das Gelände, auf dem der sogenannte "essbare Wald" entstehen soll. Die Pfadfinder haben bereits mitgeholfen, die Fläche etwas herzurichten. © Alexandra Wachelau

Weitere Ernteerträge könnten zudem regionalen Hofmärkten zugutekommen. Auch ein Markt, auf dem alle Produkte der verschiedenen Projekte in Dortmund angeboten werden, sei vorstellbar.

Obstbäume, Ranktunnel und Beerensträucher

Neben Nutzpflanzen sind auch Ranktunnel, Kleinpflanzen und ein Wegesystem zur besseren Zugänglichkeit geplant. Die Wiese, auf der manchmal Gemeindefeste stattfinden, sowie die Lagerfeuerstelle der Pfadfinder sollen dabei laut Ortwald bestehen bleiben. Die Pfadfinder haben bereits vor einigen Monaten Unterholz und Gestrüpp von dem Gelände entfernt.

„Wir haben dabei gemerkt, dass die Fläche viel größer ist, als wir es vor Augen hatten“, sagt Pfarrer Ortwald. So entstand die Idee, das Gelände zu renaturieren: „Der Naturgedanke ist bei den Kindern und Jugendlichen der Gemeinde momentan sehr präsent. Und es ist natürlich auch in unserem Sinne, etwas für Natur und Schöpfung zurückzugeben“, sagt Ortwald.

Das Projekt soll daher – „zumindest auf der Mikroebene“, sagt Jonas Runte von dem Urbanisten-Verein – auch dem Klimawandel entgegenwirken. Hierfür arbeitet die St.-Urbanus-Gemeinde seit einem halben Jahr mit den Urbanisten, dem gemeinnützigen Verein für Stadtentwicklung, zusammen. „Schon ein kleiner Wald ist ein guter CO2-Speicher und verbessert das Ortsklima“, sagt Runte. Um das zu überprüfen, werden während des Projektaufbaus immer wieder Messungen auf dem Gelände vorgenommen.

Unterstützt von der Europäischen Kommission

„proGlreg“ (produktive Grüne Infrastruktur für die post-industrielle Stadterneuerung) heißt das Forschungsprojekt, das von der Europäischen Kommission gefördert wird. Neben Dortmund werden auch in Turin (Italien), Zagreb (Kroatien) und Ningbo (China) solche und ähnliche Naturräume in post-industriellen Gebieten erschaffen.

Das rund 3.000 Quadratmeter umfassende Gelände, das an den Roßbach in Huckarde angrenzt, wird in Zukunft durch Workshops und Arbeitsgemeinschaften nutzbar gemacht.

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