Was sollte man beim Kauf eines Hundes beachten? Experten geben Tipps

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Der Kauf eines Hundes sollte keine spontane Aktion sein, sagen Experten. Eine Dortmunder Tierschützerin und ein Hunde-Züchter geben Tipps zum Kauf und warnen vor fiesen Fallen.

Dortmund

, 07.05.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer den Kauf eines Hundes mit der Frage „Was für einen Hund will ich?“ beginnt, ist die Sache bereits falsch angegangen, sagt Udo Kopernik. Er ist Züchter und Pressesprecher des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH). Die erste Frage laute: „Will ich überhaupt einen Hund?“

Kopernik rät davon ab, Hunde über Internet-Plattformen wie Ebay Kleinanzeigen zu kaufen. Bestimmt gebe es auch seriöse Verkäufer, generell hält Kopernik Ebay Kleinanzeigen aber für den „Tummelplatz des organisierten Hundeverkaufs“. Organisierte Händler würden sich als Privatleute gerieren und mit mehreren Hunden handeln, zumeist junge Tiere aus dem Ausland. Bei Ebay Kleinanzeigen, räumt Pressesprecher Pierre Du Bois ein, würden „unseriöse und teils kriminelle Anbieter versuchen, auch bei uns Tiere anzubieten. Dagegen kämpfen wir an.“ Man gehe Nutzerhinweisen in der Haustierkategorie „besonders schnell nach – in der Regel werden auffällige Anzeigen binnen 30 Minuten gesperrt oder direkt gelöscht“. Man warne die Nutzer zudem vor unseriösem Handel. Die allermeisten Anbieter bei Ebay Kleinanzeigen, darunter laut Du Bois auch Züchter und Tierschützer, würden „veranwortungsvoll“ handeln.

Seriöse Tierheime können eine erste Anlaufstelle sein

Für Udo Kopernik sind auf der Suche nach einem Hund seriöse Tierheime, die dem Deutschen Tierschutzbund angegliedert sind, eine gute Adresse. Erika Scheffer, Vorsitzende des Tierschutzvereins Gross-Dortmund, sagt Hundekäufern in spe: „Rufen Sie erst einmal bei uns an, wir versuchen Ihnen dann schon Adressen zu nennen, wo es passende Tiere geben könnte.“ Bloß nicht spontan einen Hund kaufen, raten beide Experten. Man müsse auch Geld für den Kauf und den Unterhalt des Tieres zurücklegen, sagt Scheffer.

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Wer Rassehunde direkt von Züchtern kaufen will, dem empfiehlt Udo Kopernik die entsprechenden Listen auf der Internetseite des VDH (www.vdh.de), oder, sich an Rassehundezuchtvereine zu wenden.

„Man sollte unbedingt auf einen Kaufvertrag pochen“

Beim Kauf eines Hundes seien einige Dinge unerlässlich, sagt Kopernik. Erstens: „Man sollte unbedingt auf einen Kaufvertrag pochen.“ Zweitens müsse man als Käufer den EU-Heimtierausweis erhalten. Wenn darin zum Beispiel eine Seite rausgerissen sei, „dann kann man nur sagen: Finger weg!“ Das gelte auch dann, wenn ein Hund einen EU-Heimtierhausweis hat, aber nicht gechippt ist.

Kopernik erklärt, wie er als Züchter beim Verkauf von Welpen vorgeht: „Ich fahre nach dem Wurf zum Tierarzt, lasse die Hunde chippen und habe für jedes Tier einen EU-Heimtierausweis. Beim Verkauf steht der Käufer dann als neuer Eigentümer im Ausweis.“

Hinweise für Hunde-Käufer gibt auch die von Tierschützern getragene Initiative „Wühltischwelpen: nein danke!“. Als Käufer solle man sich das Muttertier zeigen lassen - bei unseriösen Händlern werde man es nicht zu Gesicht bekommen. Ein seriöser Züchter werde zudem Fragen stellen, in welche familiären Verhältnisse ihr Welpe kommt. Und: Der Preis für einen Rassehund von anerkannten Züchtern betrage 600 Euro und mehr. Alles, was deutlich darunter liegt, sei „unseriös“.

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