Was tun, wenn‘s brennt? So funktioniert die Evakuierung im U-Turm

mlzBrandschutz

Das Rolltreppenhaus im U verbindet als riesiger, freier Schacht alle Etagen des Kulturturms. Doch im Brandfall dürfen die Rolltreppen nicht genutzt werden. Dann kommen andere Wege ins Spiel.

Dortmund

, 02.02.2019, 04:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie die Evakuierung des U-Turms im Notfall funktioniert, hat uns der Technische Leiter Uwe Gorski erklärt.

Wenn das U während der Öffnungszeiten evakuiert werden muss, ...

... ertönt ein Alarmsignal und eine entsprechende Durchsage, die in jedem Raum des U zu hören ist. In der Pink-Floyd-Ausstellung tragen die Besucher Kopfhörer und hören darüber Musik und Informationen zur Schau. Im Alarmfall werden die Kopfhörer automatisch abgeschaltet, das Licht geht an, und die Durchsage wird hörbar.

Im Brandfall würden die Räume, in denen die Hitze zu groß wird, über die Sprinkler mit Wasser begossen – auch die Ausstellungsräume mit den Kunstwerken. Für die Kunstwerke gibt es extra ein Kunstevakuierungs-Szenario.

Als Brandschutz-, Erst- und Fluchthelfer geschulte Mitarbeiter auf jeder Etage weisen den Besuchern den Weg: nicht über die Rolltreppen, sondern nur über die Fluchttreppenhäuser. Von jeder Etage aus sind alle vier Treppenhäuser zu erreichen. Im Erdgeschoss werden die Besucher von weiteren Mitarbeitern empfangen und hinaus auf den Vorplatz des U geführt.

Haben die Mitarbeiter einer Etage alle Besucher hinausgelotst und die Etage nach eventuell verbliebenen Besuchern komplett durchsucht, melden sie „Etage frei“ an die Zentrale im Erdgeschoss, bis alle Etagen geräumt sind.

Was tun, wenn‘s brennt? So funktioniert die Evakuierung im U-Turm

Die neuen Fluchtwegepläne, hier der vom Erdgeschoss, hängen erst seit wenigen Tagen im U. Uwe Gorski, der Technische Leiter, hat sie überarbeiten lassen, weil die alten zu unüberschaubar waren. © U-Turm

Brandschutz-Besonderheiten des U-Turms

  • Das U ist die einzige öffentliche Versammlungsstätte in Dortmund, für die Hochhausrichtlinien gelten. Deswegen sind die Sicherheitsvorschriften hier besonders umfangreich.
  • Für Sonderausstellungen wie die aktuelle Pink-Floyd-Schau gibt es eigene Sicherheitskonzepte.
  • Für die Entwicklung des Entfluchtungskonzepts wurden unter anderem Computersimulationen erstellt, die die Reaktionen und Bewegungen der Besucher simulieren.
  • Im U gibt es 1100 Rauchmelder in unterschiedlichen Ausführungen, außerdem 140 Brandmelder am Boden und 3100 Sprinkler. Besucher und Mitarbeiter können an 110 Druckknopfmeldern Alarm auslösen.
  • Bei der jüngsten unangekündigten Übung Ende 2018 während der Öffnungszeiten sei das Gebäude nach 8 Minuten komplett geräumt gewesen, sagt der Technische Leiter Uwe Gorski. Die Feuerwehr sei bisher immer nach etwa 5 Minuten vor Ort gewesen.

Musste das U schon mal evakuiert werden?

Ja, seit der Eröffnung 2010 gab es mehrmals im Jahr Fehlalarme und unangekündigte Übungen. In so einem großen Haus gibt es viele mögliche Ursachen für Fehlalarme.

Viele davon sind nicht vorhersehbar: Einmal zum Beispiel hat jemand auf der Toilette zu viel Deo benutzt und damit einen Rauchmelder ausgelöst. Ebenso kann es vorkommen, dass Handwerker unbeabsichtigt einen Alarm auslösen.

Diese Ursachen können die U-Mitarbeiter nur nach und nach aufspüren und das System daraufhin anpassen. Die Fehlalarme sind laut Gorski seit der Inbetriebnahme 2010 deutlich zurückgegangen.

So funktioniert die Evakuierung in den anderen Spielorten:

Im Konzerthaus

Im Stadion

Im Theater

Im Fußballmuseum

Im FZW

In der Warsteiner Music Hall

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